Mi, 22. November 2017

Erste Asylwerber weg

21.07.2015 23:24

Die Zeltstadt bleibt

"Das Innenministerium hält Wort", freute sich Landesrätin Martina Berthold am Dienstag. Da siedelten die ersten Flüchtlinge aus der unwürdigen Zeltstadt an der Alpenstraße in andere Quartiere. An den Abbau der Zelte denkt das Ministerium aber nicht: Sie bleiben als Unterkünfte für neu ankommende Flüchtlinge stehen!. Da siedelten die ersten Flüchtlinge aus der unwürdigen Zeltstadt an der Alpenstraße in andere Quartiere. An den Abbau der Zelte denkt das Ministerium aber nicht: Sie bleiben als Unterkünfte für neu ankommende Flüchtlinge stehen!

"Eine ausgemachte Sauerei, was der Bund da treibt", poltert SPÖ-Klubchef Bernhard Auinger. "Wir haben in der Stadt der Containersiedlung beim alten Flussbauhof nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Zelte abgebaut werden." Doch daran denkt das Ministerium nicht - im Gegenteil: Zwar übersiedelten die ersten der 132 Flüchtlinge aus den Zelten in Internate und Schulen. Aber abgebaut wird nichts: Die Zelte bleiben für Neuankömmlinge stehen. Auinger: "Da wird es im Süden brisant, wenn in den Zelten bis zu 300 Asylwerber sind und noch einmal so viele in den Containern."

Feuerlöscher fehlen, Kabel nur lose verlegt
Erst in der Vorwoche hatte die Feuerpolizei lebensgefährliche Zustände entdeckt. Im Camping-Quartier fehlten Feuerlöscher, die Zelte waren nicht genug gesichert gegen Sturm. Dienstag kontrollierte die Stadt erneut und die Feuerwehr fand wieder schlimme Zustände: Es fehlten noch immer Feuerlöscher. In einem Stiegenhaus daneben lagerte brennbares Material (unter anderem ein Kinderwagen). Neben den Dusch-Containern der Asylwerber waren mehrere Kabel nur lose verlegt, auch das kann lebensgefährlich sein.Schweizer Firma betreut Asylanten in SalzburgBetreut werden die Asylwerber in der Zeltstadt und im Hotel Kobenzl von der Schweizer Firma ORS. Sie gerät ins Visier, weil sie viel zu wenige Deutschkurse für die Flüchtlinge anbietet: Im Kobenzl gibt es jeden Tag nur ein Mini-Programm, Deutsch lernen die Asylwerber nur zwei Stunden pro Woche. "Viel zu wenig", sagt Helmut Naderer, Klubchef im Landtag. "Den Leuten ist fad, die gieren ja nach Abwechslung, da wären mehr Deutschstunden ideal. Ohne Deutsch ist eine Integration fast unmöglich."

Land und Caritas suchen Freiwillige Deutschlehrer
"Auch im Quartier Kobenzl ist das Ministerium für Deutschkurse zuständig. Da können wir wenig tun", erklärt dazu Bertholds Sprecher Philipp Penetzdorfer. Die Landesrätin will jetzt gemeinsam mit Caritas, Rotem Kreuz, Diakonie und anderen für mehr Deutschkenntnisse der Asylwerber sorgen: "Das machen wir in Unterkünften, die das Land bereitstellt, so wie es in der Riedenburgkaserne bestens klappt. Da nützen wir das Freiwilligen-Netzwerk der Diakonie", sagt Berthold. Gesucht werden jetzt ehrenamtliche Sprachlehrer und -trainer, die den Flüchtlingen Deutsch beibringen sollen. Wer mitmachen will, meldet sich bei Birgit Leister von der Diakonie (Tel.: 0664 - 8568042). Gestartet werden die Sprachkurse in Salzburg und dem Umland, später ist eine Ausweitung auf das ganze Land geplant.

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