Mi, 22. November 2017

Anrainer-Proteste

21.07.2015 22:39

Bürgeranwalt bei Steinbruch-Prozess

Die "Krone" hatte schon mehrfach berichtet: Die "Bürgerinitiative gegen Schotterabbau Grünberg" im Ortsteil Ried in Seekirchen kämpft gegen die geplante Errichtung einer Schottergrube. Ein Anwalt wurde eingeschalten, mittlerweile hat sich auch die ORF-Sendung "Bürgeranwalt" der Sache angenommen.

Zwar hat das Seekirchener Projekt mit dem soeben in Faistenau von der Bezirkshauptmannschaft genehmigten Steinbruch kaum etwas zu tun, die Anrainer fürchten dennoch, dass es so ähnlich laufen könnte. Der Gemeinderat und Bürgermeisterin Mag. Monika Schwaiger haben eine Resolution gegen den Plan des Unternehmers Felix Schmidhuber - er betont alle Auflagen und Vorgaben genau einzuhalten - erhoben und bereits 100 Einsprüche gegen den rund vier Hektar großen Steinbruch liegen der Behörde vor. Doch wie so oft entscheiden die Beamten für die Gesetzeslage und gegen die Ängste und Einwände der Bevölkerung.

Dazu wurde nun anwaltliche Hilfe geholt, da die Anrainer kritisieren, dass der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 300 Metern nicht eingehalten werden würde. Ein Haus liegt nur 49 Meter von der Grube entfernt, ein zweites 55 Meter: "Ich will, dass mein Haus als bewohntes Objekt behandelt wird und nicht als Kollateralschaden", ärgert sich die betroffene Anrainerin Livia Lindner. Ein Verwaltungsgerichtshofurteil über einen ähnlichen Fall gibt ihr Recht und ist nun die Hauptargumentationshilfe.

Angst vor Luftverpestung und um die Sicherheit
Die behördliche Entscheidung liegt nun wie in Faistenau bei der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung, die das Verfahren bereits im März auf Antrag Schmidhubers eingeleitet hat. Ein naturschutzrechtliches Verfahren steht noch bevor. Doch egal, wie es ausgeht, die Anrainer gehen auf die Barrikaden: "Wir befürchten massive Lärmbelästigung, Schmutz, Verschlechterung der Luftqualität wegen der Ab- und Anfahrt der Lkws, eine Zunahme des Schwerverkehrs, allenfalls auch Gefährdung von Kindern, die in der Siedlung unterwegs sind." Schwerverkehr auf den engen Straßen der Siedlung kann sich keiner vorstellen, Die Straßen sind maximal bis zu 16 Tonnen zugelassen, die Lastwagen haben aber ein Gewicht bis zu 45 Tonnen und sollen bis zu 80 Mal am Tag in beide Richtungen fahren. Anrainer Robert Scheidler zum ORF: "Das sind enge Straßen, wo unsere Kinder in die Schule gehen, die Kinder mit dem schweren Schulgepäck zum Bus und Zug gehen. Es ist eine Horrorvorstellung für mich, dass meine 13 Jahre alte Tochter da geht und ein 30-Tonner kommt in einer unübersichtlichen Kurve daher. Ich will mir das gar nicht vorstellen."

Bürgeranwalt bringt Reportage aus Flachgau
Am 29. August wird auch der "Bürgeranwalt" den Streit im TV bringen, Vertreter beider Seiten sind eingeladen. Ein Zeitplan des Verfahrens konnte die Behörde noch nicht nennen.

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