Mi, 13. Dezember 2017

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22.07.2015 09:04

Toilettenblogger übt harsche Kritik an Instagram

Die Zensurpolitik des Foto-Netzwerks Instagram ist wieder in die Kritik geraten. Nachdem kürzlich eine Welle der Empörung durchs Netz ging, weil das Portal keine Fotos weiblicher Brustwarzen duldet, mit dem gleichen Körperteil an Männern aber kein Problem hat, übt nun auch ein Wiener Blogger harsche Kritik. Sein künstlerisches Toilettenblog-Projekt hat durch Instagrams Zensur einen herben Rückschlag erlitten.

"Instagram hat kurzerhand meinen Account gesperrt. Zack. Und bumm. Und aus", klagt der Wiener Markus Gruber, der als Hobby einen Blog über die Rolle von Toiletten im Alltag betreibt und auf das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen in vielen Teilen der Welt hinweist, auf seiner Website. Ein bisschen nackte Haut, und schon sperren die prüden Amerikaner ganze Instagram-Seiten, so die Kritik des Bloggers.

Account wegen Aktfoto am WC gelöscht
Stein des Anstoßes: Die Toilette des Lokals Pan e Wien im dritten Wiener Gemeindebezirk. Gruber hatte sie – wie Dutzende andere WCs zuvor – fotografiert, um sie auf seinem Blog und Instagram zu präsentieren. Diesmal rief die Angelegenheit allerdings Instagrams Zensur auf den Plan.

Das Foto einer nackten Frau am WC genügte, damit das Fotonetzwerk das Konto des Bloggers stilllegte und seine WC-Schnappschüsse löschte. Dabei hatte sich Gruber durchaus kritisch mit der Angelegenheit auseinandergesetzt und in Zusammenhang mit dem Bild von Sexismus auf der Toilette gesprochen.

Blogger wirft Instagram Doppelmoral vor
Der Wiener Blogger wirft Instagram Doppelmoral vor. Einerseits gibt sich der Mutterkonzern Facebook besonders kämpferisch, wenn es um die Redefreiheit geht, andererseits reicht sowohl bei Facebook, als auch Instagram schon ein wenig nackte Haut, um die Zensur auf den Plan zu rufen.

Besonders bitter für den Blogger: Er hatte mit seinen WC-Fotos bereits die Aufmerksamkeit etlicher Follower auf sich gezogen und diese Follower nun wieder verloren. "Leid tut es mir vor allem um den Benutzernamen 'toilettenblog', denn dieser ist nun bis in alle Ewigkeit blockiert", klagt Gruber. Unterkriegen lässt er sich von der Aktion dennoch nicht: Mit dem Account "toiletblog" ist er längst wieder auf Instagram aktiv. Mittlerweile ist er aber vorsichtiger geworden, wenn eine Toilette mit Aktbildern versehen ist:

Gruber ist indes nicht der einzige Internetnutzer, dem Instagrams Aversion gegen nackte Frauen zu weit geht. Weil kürzlich bekannt wurde, dass Instagrams Zensur zwar keine weiblichen Brustwarzen, wohl aber männliche Exemplare duldet, sind zahlreiche Nutzer des Fotonetzwerks dazu übergegangen, Bilder unbekleideter Frauen mit männlichen Brustwarzen statt der Originale zu versehen. Als Zeichen des Protests.

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