Fr, 15. Dezember 2017

Ötztaler Alpen

21.07.2015 13:36

Spaltensturz: 18-Jähriger schwebt in Lebensgefahr

Ein 18-jähriger Deutscher stürzte – wie berichtet – am Montag in den Ötztaler Alpen fünf Meter tief in eine Gletscherspalte. Nur mit Hilfe eines Dreibeingeräts konnte er schließlich von den Einsatzkräften geborgen werden. Er liegt in der Klinik Innsbruck auf der Intensivstation, sein Zustand ist nach wie vor sehr kritisch.

Eine abenteuerliche Bergtour unter Freunden im Gemeindegebiet von St. Leonhard im Pitztal sollte es werden. Doch ein tragischer Unfall setzte dem Ausflug ein abruptes Ende. Zwei deutsche Alpinisten im Alter von 18 und 24 Jahren überquerten zunächst problemlos den Taschachferner und Urkundsattel in Richtung Hochvernagt Wand (3400 Meter). Beide waren für die hochalpine Tour gut ausgerüstet.

Schneedecke plötzlich gebrochen

Unterhalb des Gipfels drehten sie um und wollten über den Sexegertenferner zum Taschachhaus absteigen. Im unteren Bereich des aperen Gletschers (2848 Meter) querten sie eine zwei Meter breite, schneebedeckte Gletscherspalte. Der 24-Jährige kam problemlos über die Spalte. Beim 18-Jährigen brach jedoch die Schneedecke und er stürzte rund fünf Meter in die Tiefe und blieb hängen. Sein Bergsteigerkollege sicherte ihn vor einem weiteren Absturz mit einem Seil und setzte einen Notruf ab.

Sehr schwierige Bergung

"Als wir am Unglücksort ankamen, verschafften wir uns einen Überblick. Wir haben eine Verankerung gemacht und ich bin zum Abgestürzten in die Spalte gestiegen. Aufgrund des heißen Wetters war überall extrem viel Wasser", schildert Aron Melmer, Obmann der Bergrettung Innerpitztal. Doch die Einsatzkräfte gelangten zunächst nicht zum 18-Jährigen. "Die Spalte war schmäler als 25 Zentimeter, er war richtig fest im Eis eingeklemmt. Schnell war uns klar, dass wir ein Dreibein, einen Schremmhammer und ein Notstromaggregat für die Bergung benötigten", ergänzt Melmer.

Für eineinhalb Stunden bewusstlos

Er forderte zwei Notarzthubschrauber und den Polizeihubschrauber Libelle an. "Der ganze Einsatz hat eineinhalb Stunden gedauert. Wir konnten den jungen Alpinisten schließlich bergen. Er war komplett durchnässt und nicht ansprechbar", erklärt der Bergretter.

Sehr kritischer Zustand

Der 18-jährige Deutsche wurde zunächst von der Notärztin versorgt. Er musste sogar reanimiert werden und wurde dann in die Uniklinik Innsbruck geflogen. Laut Informationen der Klinik liegt der Bergsteiger auf der traumatologischen Intensivstation und schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

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