Fr, 19. Jänner 2018

Streit um Nahrung

27.04.2006 16:20

Elefanten oder Menschen ¿ wer soll hungern?

Im afrikanischen Sambia bringt eine Kontroverse um wilde Elefantenherden Bauern und Tierschützer gegeneinander auf. Die Aufforderung der Naturschutzbehörde ZAWA an die Bauern, plündernden Elefanten und Nilpferden die Ernte zu überlassen, hat nach Medienangaben für Empörung und gewaltsame Proteste bei der Landbevölkerung gesorgt.

"Es macht uns keine Freude, die Menschen hungern zu sehen", erklärte ZAWA-Sprecherin Maureen Mwape am Donnerstag. "Aber unsere Aufgabe ist es, die Elefanten, Nilpferde und alle anderen Wildtiere zu schützen."

Wegen umherziehender Elefantenherden, die in Süd- und Ost-Sambia Felder und Futterscheunen zerstören, befürchten die Dorfbewohner nun eine Hungersnot. Außerdem klagen sie über Angriffe der Dickhäuter auf die Bevölkerung, wobei sogar einige Menschen ums Leben gekommen seien. Gegenüber der ZAWA drohten die Dorfbewohner nun mit dem Ausheben von Fallgruben, um die Elefanten selbst zu fangen. Regionale Politiker und Dorfälteste fordern ein schnelles Eingreifen des Umweltministeriums sowie Nahrungsmittel-Hilfen.

Trotz guter Ernte droht Hungersnot
"Wir hätten eine gute Ernte gehabt, aber die Elefanten haben den ganzen Mais und die Hirse gefressen und die Scheunen zerstört", erklärte Douglas Siyakalima, der Parlamentsabgeordnete der Region. In den vergangenen Wochen waren großen Elefantenherden aus den Nachbar- Staaten Mosambik und Simbabwe nach Sambia vorgedrungen. Dort hatten die Bauern gerade erst eine langjährige Dürre hinter sich.

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