Di, 12. Dezember 2017

Zahlung an EZB & IWF

20.07.2015 17:14

Griechenland: Banken nach drei Wochen wieder offen

Nach drei Wochen Pause haben die griechischen Banken am Montag ihre Türen wieder geöffnet. Vor den Geldhäusern in Athen bildeten sich schon in der Früh Schlangen, weil viele Kunden an den Schaltern ihre Bankgeschäfte erledigen wollten. Zwar bleibt der Kapitalverkehr beschränkt, Bürger können aber Schecks einlösen, Überweisungen in Auftrag geben, Geld auch ohne Bankkarte abheben und zu ihren Schließfächern gelangen. Unterdessen zahlte Athen nach dem Empfang von gut sieben Milliarden Euro aus dem EU-Rettungstopf umgehend fällige Schulden bei den internationalen Gläubigern zurück.

Die Beschränkungen waren aus Angst vor einem Ansturm der Kunden erlassen worden. Inzwischen hat sich die Regierung mit den internationalen Geldgebern auf kurzfristige Hilfen geeinigt und so eine Staatspleite vorerst verhindert. Die Wiedereröffnung der Aktienbörse lässt indes weiter auf sich warten. Sie war wie die Banken am 29. Juni geschlossen worden.

Die Griechen können angesichts des Schuldendramas ihres Landes weiterhin nur 60 Euro täglich bei der Bank abheben. Dies gilt nach neuesten Angaben der Bankenunion sowohl für Schalter als auch am Automaten. Die Kunden können am kommenden Freitag auch gebündelt 300 Euro holen, falls sie in den Tagen zuvor nichts abgehoben haben. Kommende Woche soll dieser Betrag auf 420 Euro (sieben Tage mal 60 Euro) angehoben werden.

Lange Schlangen, aber kein Ansturm
Vor den meisten Banken bildeten sich in der Früh lange Warteschlagen. Meist waren es Kunden ohne Bankkarten. Andere beglichen ihre Strom- und Wasserrechnungen. Zudem waren es kleinere und mittlere Unternehmer, die Geld an ihre Lieferanten überweisen oder Schecks auf ihre Konten einzahlen wollten, wie ein Angestellter der Bank of Piräus der dpa erklärte.

Einige griechische Banken verteilen Wartemarken für ihre Kunden, berichtete n-tv in einem Beitrag aus Griechenland. Doch obwohl einige Warteschlangen zu sehen sind, könne von einem Bankensturm keine Rede sein: "Wozu auch?", meinen viele Griechen. "Es gibt ja nicht viel, was du da drin tun kannst." Auch die Banken selbst rechneten mit keinen Problemen.

Schnelle Umsetzung der Reformen gefordert
Die EU-Kommission warnte Griechenland am Montag vor einer Verzögerung bei den vereinbarten Reformen. "Der Euro-Gipfel hat einen klaren Fahrplan vorgegeben, was von Athen erwartet wird", sagte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis in einem am Montag veröffentlichten "Bild"-Interview.

Für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket müssten die nächsten Reformgesetze "sehr schnell" beschlossen werden. Nur wenn wieder Stabilität und Vertrauen einkehrten, "kann Griechenland wieder wachsen und Arbeitsplätze und Zuversicht gerade auch für die Schwächsten in der Gesellschaft schaffen". Dombrovskis drohte zugleich, dass die EU "im schlimmsten Falle" die Auszahlung von Mitteln aus ihrem Budget zurückhalten werde, wenn Griechenland die Vereinbarungen breche.

Griechenland zahlte Schulden an EZB und IWF zurück
Ein erster Schritt scheint schon mal getan: Aus Kreisen des griechischen Finanzministeriums war zu erfahren, Athen habe rund 4,2 Millliarden Euro an die EZB sowie rund zwei Millliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds überwiesen. Bei der EZB-Rate geht es um Staatsanleihen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro, die von der Zentralbank gehalten werden. Dazu kommen 700 Millionen Euro Zinsen inklusive Risikoaufschlag. Die IWF-Tilgungsrate hätte eigentlich Anfang des Monats gezahlt werden müssen.

Der IWF bestätigte die Rückzahlung der überfälligen Kreditraten durch Griechenland. Das Geld sei eingegangen, erklärte Sprecher Gerry Rice. Damit sei Athen nicht länger im Zahlungsverzug. Der Währungsfonds stehe bereit, Griechenland bei "seiner Rückkehr zu finanzieller Stabilität und Wachstum" weiter zu unterstützen.

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