Sa, 21. April 2018

Geschlechterkampf

27.04.2006 17:20

Buben sind die langsameren Denker

Buben sind nicht weniger schlau als Mädchen - nur etwas langsamer. Zu diesem Schluss kommen zwei amerikanische Forscher im Fachblatt "Intelligence". Vor allem bei Heranwachsenden und Jugendlichen zeigen sich demnach deutlich Unterschiede in der Verarbeitungs-Geschwindigkeit.

Die neuen Resultate seien vor allem für Lehrer von Bedeutung, erläutert Stephen Camarata von der Vanderbilt University in Nashville. "Um jemandes Fähigkeiten wirklich erfassen zu können, müssen seine Leistungen auch in Situationen ohne Zeitdruck gemessen werden." Im Falle von Jungen bzw. Männern bedeute dies, "ihnen anspruchsvolles und spannendes Material vorzulegen, das allerdings in kleineren Portionen und ohne strikte Zeitvorgaben."

Männer sind verbal im Vorteil
Camarata und sein Kollege Richard Woodcock stützen sich auf Tests an über 8.000 Männern und Frauen im Alter von 2 bis 90 Jahren, die sie in den letzten Jahrzehnten durchgeführt hatten. In allen Altersgruppen, besonders jedoch bei älteren Kindern und Jugendlichen, brauchten männliche Teilnehmer etwas länger zum Bearbeiten von Aufgaben als ihre Altersgenossinnen. Dagegen schnitten sie bei Tests der verbalen Fähigkeiten durchgängig besser ab, während bei der allgemeinen Intelligenz kein Geschlecht im Vorteil war.

"Wir wissen, dass es verschiedene Wege zur Kompetenz gibt", so Camarata, "und wir glauben, dass sich männliche und weibliche Gehirne in ihrer Entwicklung grundlegend unterscheiden." Der Forscher und sein Kollegen wollen in weiteren Studien die Gehirnaktivität von Männern und Frauen kartieren, um mehr über diese Unterschiede zu erfahren.

Symbolfoto: Chris Koller

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