Di, 12. Dezember 2017

Neue Epoche

20.07.2015 22:51

USA - Kuba: Wieder volle diplomatische Beziehungen

Nach mehr als 50 Jahren Eiszeit haben die USA und Kuba wieder volle diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die Vertretungen der langjährigen Erzfeinde im jeweils anderen Land bekamen am Montag wieder offiziell den Status von Botschaften. In der Eingangshalle des US-Außenministeriums hängt die kubanische Flagge nun wieder neben denen anderer Länder, mit denen die USA Beziehungen unterhalten.

Die kubanische Flagge mit fünf blauen und weißen Streifen und einem roten Dreieck mit einem weißen Stern wurde Montagfrüh an einem Fahnenmast in der imposanten Marmorlobby des State Department in Washington gehisst. Die Flaggen der Partnerländer der USA sind dort in alphabetischer Reihenfolge platziert: Kubas Flagge hängt nun zwischen Kroatien und Zypern.

Kubas Außenminister bei Botschaftseröffnung in Washington
Auch vor der kubanischen Botschaft in Washington weht nun die Flagge des Karibikstaats. Eine Ehrengarde in weißen Uniformen hisste die Fahne am Montag vor dem herrschaftlichen Gebäude knapp drei Kilometer nördlich des Weißen Hauses. Bei der Zeremonie in Anwesenheit von Kubas Außenminister Bruno Rodriguez - es ist der erste offizielle Besuch eines kubanischen Außenministers in den USA seit der Revolution 1959 - brachen die 500 geladenen Gäste in Jubel aus.

Das Anwesen diente Kuba schon vor dem Abbruch der Beziehungen 1961 als diplomatische Vertretung. Seit 1977 war in dem Gebäude die Interessensvertretung des Landes untergebracht, unter der Schirmherrschaft der Schweizer Botschaft.

Keine feierliche Zeremonie in Havanna
Die US-Vertretung in Havanna steht seit Montag ebenfalls wieder im Rang einer Botschaft, eine Zeremonie gab es dort allerdings nicht. Auch die Fahne der Vereinigten Staaten weht zunächst nicht an dem Gebäude. Sie soll erst bei einem Besuch von Kerry in der kubanischen Hauptstadt in einigen Wochen aufgezogen werden.

US-Präsident Barack Obama und Kubas sozialistischer Staatschef Raul Castro hatten im Dezember eine historische Annäherung zwischen den Erzfeinden aus dem Kalten Krieg eingeleitet. Im Jänner lockerte Obama bereits einige Reise- und Handelsbeschränkungen. Drei Monate später begegneten einander Obama und Castro beim Amerika-Gipfel in Panama-Stadt - das erste offizielle Treffen eines US-Präsidenten mit seinem kubanischen Kollegen seit 1959. Ende Mai strich Washington Kuba von seiner Terrorliste, Anfang Juli kündigte Obama schließlich die Wiedereröffnung der Botschaften an.

Republikaner lehnen Aufhebung der Kuba-Sanktionen ab
Kuba drängt zudem auf eine Aufhebung des seit 1962 geltenden Embargos gegen den Karibikstaat. Die Handelssanktionen kann aber nur der US-Kongress aufheben. Die oppositionellen Republikaner, die im Senat und im Repräsentantenhaus eine Mehrheit haben, sind jedoch strikt gegen eine Annäherung an Kuba.

Kubas Außenminister verlangt Rückgabe von Guantanamo
Nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen hat Rodriguez eine Rückgabe des auf Kuba gelegenen US-Militärstützpunkts Guantanamo verlangt. Dies sei "entscheidend" für die Normalisierung der Beziehungen. Kerry machte allerdings deutlich, dass die Rückgabe für die USA nicht zur Debatte stehe. "Aber wir verstehen, dass dies für Kuba sehr wichtig ist", sagte er.

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