Mo, 11. Dezember 2017

"Grexit"-Differenzen

18.07.2015 16:27

Schäuble sorgt mit "Rücktrittsdrohung" für Wirbel

Das deutsche Finanzministerium hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach Ressortchef Wolfgang Schäuble wegen Meinungsunterschieden mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im Schuldenstreit mit Griechenland mit Rücktrittsgedanken spiele. Ein Sprecher verwies am Samstag auf ein Schäuble-Interview des "Spiegel".

Darin sagt der Minister auf die Frage, ob er darüber nachdenke, beim Bundespräsidenten um seine Entlassung zu bitten: "Nein, wie kommen Sie darauf?" Im "Spiegel" wurden diese Äußerungen als Rücktrittsdrohung gewertet, zumal Schäuble selbst die Vorlage für die Frage nach Rücktrittsgedanken gab. Kein Minister könne zu etwas gezwungen werden, sagte Schäuble: "Wenn das jemand versuchen würde, könnte ich zum Bundespräsidenten gehen und um meine Entlassung bitten."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte dem Berliner "Tagesspiegel" auf die Frage nach einer Rücktrittsdrohung Schäubles: "Ich habe Wolfgang Schäubles Werben in der Fraktion um Zustimmung ganz anders verstanden." Der Finanzminister "und Angela Merkel sind vielleicht nicht immer einer Meinung, aber gehen immer einen gemeinsamen Weg".

"Nicht immer einer Meinung, aber immer auf demselben Weg"
Eine ähnliche Formulierung verwendete Schäuble im "Spiegel". Er verwies auf ein Wahlplakat von 1999, als er CDU-Vorsitzender und "Frau Merkel meine Generalsekretärin" gewesen sei. "Da hatten wir ein Plakat, das uns beide zeigte. Darauf stand: Nicht immer einer Meinung, aber immer auf demselben Weg. So ist es bis heute geblieben, auch wenn sich unsere Rollen geändert haben."

Schäuble hatte auch nach der Einigung beim Euro-Gipfel auf Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland daran festgehalten, dass er ein zeitweises Ausscheiden des Landes aus der Eurozone für die bessere Lösung hielte. Am Freitag gab der Deutsche Bundestag der Bundesregierung grünes Licht für die Verhandlungen mit Griechenland.

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