Do, 14. Dezember 2017

Blutbad in den USA

17.07.2015 06:12

"Terrorakt": 24-Jähriger erschießt vier Marines

Ein 24-jähriger Mann hat am Donnerstag bei zwei Angriffen auf Militäreinrichtungen in der Stadt Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee um sich geschossen und ein Blutbad angerichtet. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben, darunter auch der Todesschütze. Der zuständige Staatsanwalt sprach von einem "Terrorakt". Das FBI identifizierte den Schützen als Muhammad Youssef Abdulazeez. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen US-Bürger kuwaitischer Abstammung. Das Motiv des Täters ist unklar, die Behörden gehen nicht von einem extremistischen Hintergrund aus.

Die Bluttat spielte sich an mehreren Orten in Chattanooga ab. Der 24-Jährige eröffnete laut den Behörden kurz vor 11 Uhr an einer Reservistenkaserne und vor einem Rekrutierungsbüro in der Stadt das Feuer. Eine Augenzeugin berichtete dem Nachrichtensender CNN, der Mann habe aus dem Auto gefeuert und sei dann davongefahren. Passanten seien in umliegende Gebäude geflüchtet.

"Schrecklicher Vorfall in unserer Gemeinde"
Bei den Toten handelt es sich um vier Marineinfanteristen und den Todesschützen, der von Sicherheitskräften erschossen wurde. Alle vier Militärangehörigen wurden vor dem Reservistenzentrum getötet. Bei den Schüssen auf das Rekrutierungsbüro wurde zudem ein Anwerber der Marineinfanteristen am Bein verwundet. Mehrere weitere Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt, unter ihnen auch ein Polizist. Der Bürgermeister von Chattanooga, Andy Berke, sprach auf Twitter von einem "schrecklichen Vorfall in unserer Gemeinde".

Kein extremistischer Hintergrund vermutet
Das FBI teilte bei einer Pressekonferenz mit, der Schütze habe offenbar allein gehandelt. Es herrsche Unklarheit über das Motiv. Staatsanwalt Bill Killian sagte, dass die Ermittler den Vorfall vorerst als "Akt von inländischem Terrorismus" untersuchen würden. Man gehe nicht davon aus, dass Muhammad Youssef Abdulazeez einer internationalen Extremistenorganisation angehört oder entsprechende Verbindungen gehabt habe. Es werde aber untersucht, ob der Angriff von einer radikalen Gruppe wie der Islamistenmiliz Islamischer Staat inspiriert gewesen sein könnte.

Der "New York Times" zufolge war der Vater des Täters vor mehreren Jahren wegen möglicher Verbindungen zu ausländischen Extremistenorganisationen im Visier der Behörden. Das Heimatschutzministerium ordnete nach dem Vorfall verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an einigen Bundeseinrichtungen an.

Schon mehrfach Überfälle auf Militäreinrichtungen
In den USA hat es schon mehrfach Überfälle auf Militäreinrichtungen gegeben. Im September 2013 hatte ein Marine-Reservist auf der Militärbasis Navy Yard in Washington zwölf Menschen erschossen. Der Mann wurde anschließend bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Im November 2009 hatte ein Militärpsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Der Schütze wurde vor zwei Jahren zum Tode verurteilt.

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