Di, 12. Dezember 2017

Aufregung im Netz

16.07.2015 15:23

Merkel bringt Flüchtlingskind zum Weinen

Selten hat ein Dialog der deutschen Regierungschefin Angela Merkel mit Bürgern so viel Aufsehen erregt wie nun ein Gespräch mit Schülern in Rostock im ostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Auf Twitter reagierten am Donnerstag zahlreiche Bürger mit heftiger Kritik auf Merkels Verhalten gegenüber einem weinenden Flüchtlingsmädchen palästinensischer Abstammung.

Die Sechstklässlerin Reem hatte während einer von der deutschen Regierung initiierten Dialogveranstaltung am Mittwoch über die Belastungen während des Asylverfahrens berichtet. Jüngst sei die Familie kurz vor der Abschiebung gestanden und habe nun nur eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung, erzählte das Mädchen.

Merkel: "Das ist manchmal auch hart - Politik"
Die Kanzlerin, die als mächtigste Frau der Welt gilt, machte deutlich, dass sie für das Mädchen nicht mehr tun kann. Merkel sprach über die Anstrengungen ihrer Regierung, das Flüchtlingsproblem in den Griff zu bekommen. "Das ist manchmal auch hart - Politik", sagte Merkel. Sie machte deutlich, dass Deutschland nicht alle Menschen aufnehmen könne, die sich hier ein besseres Leben erhofften. Daraufhin brach das Kind in Tränen aus. Merkel versuchte, das Mädchen zu trösten.

"Du bist ein unheimlich sympathischer Mensch", sagte Merkel. Aber Reem wisse eben auch, dass in den palästinensischen Lagern im Libanon noch Abertausende Flüchtlinge sitzen. Deutschland könne es nicht schaffen, allen Flüchtlingen im Nahen Osten oder denen in Afrika zuzurufen: "Ihr könnt alle kommen."

Viel Kritik im Internet
Im Internet hielten Nutzer mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. "Das Mitgefühl von Angela Merkel passt auf eine Diskette", wurde etwa in einem österreichischen Facebook-Kommentar gespottet. Auch auf Twitter überschlagen sich die Kommentare unter dem Hashtag #merkelstreichelt.

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