So, 17. Dezember 2017

Schliff fürs Schiff

15.07.2015 20:53

Bentley Continental: Vollendet und doch unperfekt

Bevor der Bentayga das meistverkaufte Modell von Bentley wird, gebührt diese Ehre noch dem Continental. Die Entwickler haben deshalb der gerade einmal vier Jahre alten zweiten Generation etwas Aufmerksamkeit gewidmet und ihn zum Sommer aufgewertet.

Allerdings muss man schon sehr genau hinschauen, um die Änderungen zu erkennen. Bei so einem präsenten Design für Coupé und Cabrio kann man die neue Frontschürze mit dem etwas kleineren Grill, die weiter ausgestellten Kotflügel mit dem schnellen "B" in den Kiemen, den retuschierten Heckdeckel und den geänderten Diffusor schon einmal übersehen. Und dass in der Mittelkonsole jetzt eine neue Uhr thront, werden Bentley-Fahrer geflissentlich ignorieren.

Wie glücklich man an Bord eines Bentleys ist, merkt man spätestens beim Druck auf den Startknopf. Denn egal, ob unter der Haube der 4,0 Liter große V8-Motor mit 507 oder 528 PS steckt oder der W12 mit seinen 6,0 Litern Hubraum und jetzt 590 oder 635 PS – viel souveräner kann man sich mit einem Auto kaum fortbewegen.

Weil Bentley zwar nicht mit der Mode gehen muss, sich aber zumindest an die Gesetze halten sollte, hatten die Briten unter der Haube beim Feinschliff ein bisschen mehr zu tun und mussten alle vier Antriebsvarianten über die Hürden der Euro-6-Norm heben. Bei der Gelegenheit haben sie vor allem an der Grundversion des Zwölfzylinders ordentlich gearbeitet, die Leistung um 15 auf 590 PS gesteigert, das Drehmoment noch einmal um 20 Nm angehoben und zumindest fürs gute Gewissen den Verbrauch um fünf Prozent gesenkt.

Aber warum mit mageren 590 PS zufrieden geben, wenn man auch 635 Pferde traben lassen kann? Weil genug auch oder gerade in diesen Kreisen nie genug ist und Geld in der Regel keine Rolle spielt, legt traditionell fast jeder zweite Continental-Kunde noch einmal rund zehn Prozent drauf und kauft den Continental GT Speed.

Luxus und Leistung im Überfluss und eine Liebe zum Detail, die man bei kaum einem anderen Hersteller findet – klar, wird eine Fahrt im überarbeiteten Continental so zum Fest der Sinne und man kann im Rausch des Rasens schon einmal übersehen, dass auch ein Auto für weit über 200.000 Euro nicht perfekt ist. Und wahrscheinlich hätte es die Ingenieure auch nicht überfordert, noch schnell ein paar USB-Ports einzubauen und ein flotteres Navigationssystem zu programmieren.

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