Sa, 16. Dezember 2017

Drogenboss geflohen

15.07.2015 10:29

Video zeigt, wie "El Chapo" aus der Zelle entkommt

Wenige Tage nach der filmreifen Flucht des mexikanischen Drogenbosses Joaquin "El Chapo" Guzman aus einem Hochsicherheitsgefängnis haben die Behörden die Aufnahmen der Überwachungskameras veröffentlicht. Darauf zu sehen ist Guzman in den letzten Minuten vor seinem Ausbruch in seiner Zelle – und auch der Moment, in dem er verschwindet.

Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells geht in dem zwei Minuten langen Video in seiner Zelle umher, steht am Waschbecken, setzt sich auf das Bett und wechselt die Schuhe. Dann verschwindet "El Chapo" im Waschbereich – und damit aus dem Blick der Kamera. Unter der Dusche endete der rund 1,5 Kilometer lange Tunnel, durch den Guzman am Samstag geflohen war.

"Die Toilette und die Dusche liegen im toten Winkel der Kameras. Damit soll die Privatsphäre der Häftlinge gewahrt werden", sagte der nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido am Dienstagabend. Für "El Chapo" das große Glück, denn so konnte er unbeobachtet seine Flucht durch das 50 mal 50 Zentimeter große Loch im Boden seiner Zellendusche antreten. Über den 1,5 Kilometer langen Tunnel gelangte Guzman schließlich in die Freiheit.

Tunnelbauer wohnten offenbar längere Zeit in dem Gebäude
Bereits zuvor war bekannt geworden, dass der Tunnel sogar über eine Küche und einen Schlafraum verfügte - die Tunnelbauer wohnten offenbar längere Zeit in dem Gebäude. Der 1,70 Meter hohe und 80 Zentimeter breite Fluchttunnel verfügte über ein Belüftungs- und Beleuchtungssystem sowie ein auf Schienen montiertes Motorrad, mit dem offenbar der Aushub sowie das Werkzeug transportiert worden waren.

Diese Umstände wecken den Verdacht, dass Guzman Hilfe von Gefängnismitarbeitern hatte. "El Chapo" habe seine Flucht vermutlich seit dem Tag seiner Inhaftierung geplant und bei seinem Ausbruch "sehr große Unterstützung innerhalb und außerhalb des Gefängnisses" gehabt, sagte der Sicherheitsexperte Raul Benitez Manaut von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko. Die mexikanischen Behörden lösten eine Großfahndung nach dem 58-Jährigen, der mit einer jungen Schönheitskönigin verheiratet ist und zehn Kinder von verschiedenen Frauen haben soll, aus.

Erst im Februar 2014 verhaftet
Der Drogenbaron war im Jahr 2001 bereits ein erstes Mal aus dem Gefängnis ausgebrochen, erst im Februar 2014 hatten Fahnder ihn nach 13 Jahren auf der Flucht gefasst . Präsident Enrique Pena Nieto sagte damals in einem Fernsehinterview, sollte "El Chapo" ein weiteres Mal die Flucht gelingen, wäre das "absolut unverzeihlich".

"Big Player" im blutigen Drogenkrieg
Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko und schmuggelt Drogen in die USA und bis nach Europa und Asien. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels. Dabei wurden seit Ende 2006 bereits mehr als 80.000 Menschen getötet.

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