Mo, 11. Dezember 2017

Fund in Lüneburg

14.07.2015 18:01

Goldschatz aus NS-Zeit stellt Forscher vor Rätsel

Ein spektakulärer Goldfund im deutschen Lüneburg gibt Forschern Rätsel auf: 217 historische Goldmünzen hat ein Hobby-Schatzsucher an einem Feldrand entdeckt. Am Dienstag wurde der im Oktober des Vorjahres gefundene Schatz erstmals öffentlich präsentiert.

Bei dem Fund handelt es sich überwiegend um belgische und französische Goldmünzen, auch einige italienische und österreichisch-ungarische sind dabei. Die ältesten Geldstücke stammen aus dem Jahr 1831, die jüngsten aus dem Jahr 1910. Versteckt wurde der Schatz in zwei Beuteln, die von Teerpappe geschützt und mit Plomben der Berliner Reichsbank versiegelt waren.

Vermutlich im Zweiten Weltkrieg vergraben
Der niedersächsiche Landesarchäologe Henning Haßmann ist sich sicher, dass es sich bei den Münzen um Goldbestände der Reichsbank handelt, die während des Zweiten Weltkriegs vergraben wurden. So sei klar, dass die Teerpappe, in der sich der Schatz befand, in ihrer chemischen Zusammensetzung nur bis 1950 verwendet werden durfte. Entscheidend für die Einordnung des Fundes seien die Plomben des Schatzes, die bei der Grabung gefunden wurden. Sie tragen einen Reichsadler, ein Hakenkreuz und die Prägung "Reichsbank Berlin 244."

Wer den Schatz versteckte und warum, ist nach Angaben von Haßmann noch völlig unklar. "Wir versuchen dem Boden Informationen zu entreißen, die noch nicht bekannt sind, und müssen nun weiter nach der Herkunft und dem Vergraber suchen", sagte er. Die Forscher setzen dabei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Alle Münzen gleich groß und schwer
Erstaunt sind die Historiker über den Fund, weil alle Münzen - sie haben derzeit einen Goldwert von rund 45.000 Euro - trotz unterschiedlicher Prägung in etwa den gleichen Durchmesser von 21 Millimeter und mit ausnahmslos 6,45 Gramm exakt das gleiche Gewicht aufweisen.

Der Finder des NS-Goldschatzes war ein ausgebildeter und zertifizierter Sucher, der in seiner Freizeit seit etwa zwei Jahren mit einem speziellen Detektor auf Schatzsuche unterwegs ist. Er war vom Lüneburger Stadtarchäologen gebeten worden, eine auffällige Erhebung am Stadtrand von Lüneburg zu durchsuchen. Als Belohnung für seinen Fund erhielt er 2.500 Euro.

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