Di, 24. April 2018

Armut macht krank

26.04.2006 10:32

Diabetes: Je weniger Geld, desto höher das Risiko

Das Gesundheit ein Luxus ist, beweist eine Untersuchung der Armutskonferenz. So konnte in allen Industrieländern festgestellt werden , dass mit fallendem Durchschnittseinkommen der Bevölkerung die Krankheiten ansteigen, dass in nahezu allen Gesellschaften die untersten Sozialschichten die häufigsten und die schwersten Erkrankungen haben.

Im untersten Einkommensfünftel leiden 15,4% aller Frauen an Diabetes, im obersten Einkommensfünftel 3,3%. (Männer: unterstes 7,6%, oberstes 1,7%), zitiert die Armutskonferenz  die aktuellsten Daten für Österreich.

In der Gesundheitspoltik und Prävention wird einfach zu wenig Augenmerk auf die sozialen Lebensbedingungen gelegt, obwohl wir wissen, dass mit fallendem Einkommen die Krankheiten steigen und die Lebenserwartung sinkt", fordert Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk die zuständigen GesundheitsministerInnen zu mehr Engagement in sozialen Fragen auf.

Weniger Geld verursacht ungesunderen Lebensstil
Es sind 4 Faktoren, die zu den Ungleichheiten vor Krankheit und Tod führen, so Schenk: 1. die Unterschiede in den gesundheitlichen Belastungen, 2. die Unterschiede in den Bewältigungsressourcen und Erholungsmöglichkeiten, 3. die Unterschiede in der gesundheitlichenVersorgung und 4. die Unterschiede im Gesundheits- und Krankheitsverhalten.

Das eine bedingt das andere. Stress durch finanziellen Druck und schlechte Wohnverhältnissen gehen Hand in Hand mit einem geschwächten Krisenmanagement, verbinden sich mit mangelnder Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten und einem ungesunden Lebensstil.

"Wer in Kauf nimmt, dass immer mehr Menschen in sozial prekäre Lebensverhältnisse abrutschen, gefährdet die Gesundheit.", weist Sozialexperte Schenk auf die Auswirkungen hin: "Leben am Limit macht Stress. Leben am Limit schwächt die Abwehrkräfte und das Immunssystem. Leben am Limit macht verletzlich.

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