Mi, 22. November 2017

Blau gegen Blau

12.07.2015 18:20

Ein Parteiobmann für 365 Tage

Zukunftsparteitag nennt die FPÖ Montag Abend ihr Treffen, bei dem der interimistische Landesparteiobmann Andreas Schöppl zum offiziellen bestätigt werden wird. Nach dem übergelaufenen Pinzgauer Bezirksobmann versucht die FPS weiter Leute zu bekommen, die Stadt und der Pongau müssen aufgebaut werden.

Exakt 45.387 Salzburger haben 2013 bei den Landtagswahlen der FPÖ ihre Stimme gegeben, die Blauen kamen damit auf 17 Prozent. Wäre nächsten Sonntag Wahl - der Ausgang wäre wohl sehr ungewiss für die FPÖ und die abgespaltene FPS unter Karl Schnell. Das weiß auch der von Bundesparteichef HC Strache über Nacht eingesetzte Rechtsanwalt Andreas Schöppl, der heute Abend beim "Zukunftsparteitag" offiziell zum Landesobmann gewählt werden soll. Einen Gegenkandidaten gibt es dem Vernehmen nach nicht, auch weil kaum einer den Knochenjob übernehmen, geschweige denn Straches Order und den "Reinigungsprozess" - wie die FPÖ es selbst nennt - konterkarieren will. Schöppl wird auch gleich seinen ersten Auftrag entgegen nehmen: Die völlige Umstrukturierung der Partei, einen neuen Obmann aufbauen und einen Spitzenkandidaten für die Wahl 2018 zu finden. Innerhalb eines Jahres soll dann wieder ein ordentlicher Parteitag abgehalten werden. Schöppl hatte ja wie berichtet angekündigt, den Obmann nur ein Jahr lang zu übernehmen. Da werden dem Flachgauer Hermann Stöllner Chancen eingeräumt, nachdem der Pinzgauer Markus Steiner als Zukunftshoffnung zur FPS wechselte.

FPS-Leute suchen landesweit Überläufer
Mit dem Eintagesauftritt von Roman Hotter im Pinzgau ist die Stelle des FPÖ-Bezirksobmanns jedenfalls wieder zu haben, Schöppl muss einen neuen Mann wählen lassen - Strache soll nur mehr den Kopf geschüttelt haben: "Die Schnell-Truppe versucht alles, um Leute zum Überlaufen zu bewegen", sagt ein Parteibeobachter zur "Krone". Schöppl dazu: "Solche abgekartete Machenschaften bringen mich nicht im Geringsten aus der Ruhe."

Doch wer Schöppl kennt, der weiß, dass der Anwalt nicht zimperlich ist, was Zugehörigkeit zu den Blauen angeht. Bei den Bezirksparteitagen ließ er sich von jedem Delegierten in die Hand versprechen, dass nur die FP die einzig wahre Partei sei. Umkämpft ist hingegen noch der Pongau, wo die FPS noch keinen Vertreter hat. In der Stadt soll Bundesrat Dietmar Schmittner gegen FPÖ-Klubchef Andreas Reindl zur Wahl 2019 antreten. Ganz nach Vorbild von Ex-FPÖ-BZÖ-Team Stronach-Kandidat Eduard Mainoni. Karl Schnell ist beflügelter denn je, 2018 will er es noch einmal wissen, wie er schon vor Wochen ankündigte: "Die vielen Rückmeldungen haben mir gezeigt: Die Leute wollen von mir wissen, was ist da bloß in den Strache gefahren?"

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