Do, 23. November 2017

Srebrenica-Gedenken

11.07.2015 20:10

Die „alte Hava“ auf dem Dom

In einer friedlichen und besinnlichen Atmosphäre brachte die Salzburger Meister-Fotografin Claudia Henzler an diesem heißen Samstagnachmittag ihr Transparent an der Fassade des Doms an: Das Bild der "alten Hava", eine Erinnerung an den Völkermord von Srebrenica vor 20 Jahren.

"Mensch sein!" will das aus einer wetterfesten Textil-Leinwand hergestellte Plakat vermitteln. Hava hat alles verloren, ihre Verwandten, ihren Besitz, ihr bescheidenes Haus. Mit "Bauern helfen Bauern" brachte Doraja Eberle aus Glanegg Licht ins Dunkel von Bosnien. Hunderte Holzhäuser stellte die Salzburger Initiative bereits auf. Während Claudia Henzler auf dem Residenzplatz die Fahne des Friedens schwenkte, berichtete Doraja Eberle dramatische Szenen: Sie hatte aus Anlass des 20. Jahrestages des Massakers von Srebrenica - unter den Augen von UN-Soldaten ermordeten serbische Truppen sämtliche männlichen Bewohner des Ortes - an einem Marsch für den Frieden teilgenommen.

"Meine Vision: Wunsch nach Frieden"
Eberle zur "Krone": "Hier spielen sich dramatische Szenen ab. Wir sind mit tausenden Menschen die Strecke des so genannten Todesmarsches gegangen, wo einst die Überlebenden des Völkermordes flüchteten. Es waren 120 Kilometer, die wir in drei Tagen zurückgelegt haben. 130 vor kurzem gefundene Opfer sollten feierlich bestattet werden, am Ende waren bei der Zeremonie 50.000 Trauergäste hier. Da wurde der serbische Präsident mit Steinen beworfen und es kam zu Tumulten!" Claudia Henzler meint: "Meine Vision zum Plakat, das für Srebrenica sogar in einer vier mal sechs Meter großen Version gedruckt wurde, ist die Solidarität und der Wunsch nach Frieden. Es soll eine visuelle Brücke zwischen Salzburg und Srebrenica geben. Salzburg wird sozusagen zum Tatort für den Frieden."

Am 23. Juli folgt um 19 Uhr die Vernissage zur Foto-Ausstellung "Menschsein" in der Säulenhalle des Rathauses an der Getreidegasse. Dr. Anton Gugg und Doraja Eberle eröffnen, Claudia Henzler wird sich einem Dialog stellen, die Künstler Sime Pergmann, Georg Klebel und Bernie Rothauer wirken mit. Claudia Henzler bereiste mehr als 50 Länder. Auch im Vatikan hat sie schon ausgestellt.

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