Sa, 21. April 2018

Muss fetter werden

25.04.2006 16:39

Zu dünne Britin darf keine Australierin werden

Während die ersten 160.000 Neueinwohner Australiens durchwegs Strafgefangene waren, die von Großbritannien deportiert wurden, verfolgt der Kontinent nun eine verschärfte Einwanderungspolitik. Das musste auch die Britin Helen Evans feststellen: Sie hatte vor vier Jahren ihren australischen Freund geheiratet und wollte nun permanentes Aufenthaltsrecht erlangen. Doch sie machte die Rechnung ohne die obligatorische medizinische Untersuchung. Dort stellte man fest, dass sie eine entscheidende Eigenschaft nicht besaß, ohne die sie nicht zur Australierin werden kann: Sie ist einfach nicht fett genug.

Mit gerade mal 37 Kilo läge ihr Body Mass Index (BMI) unter dem gesetzlichen Limit, erzählte sie dem Sender ABC. Ihre Bitte, doch nach dem britischen Durchschnitts-BMI beurteilt zu werden, wurde abgelehnt. In einem Land, in dem zwei Drittel der Männer und gut die Hälfte der Frauen übergewichtig oder fettleibig sind, fällt die Britin in der Tat mit ihrem Körperbau aus dem Rahmen. Die Folge: Entweder sie nimmt mindestens sieben Kilo zu oder ihr droht die Deportation in ihr altes Heimatland, beschied ihr die Einwanderungsbehörde.

Auf dem besten Weg zur guten Bürgerin
Eine Revisionskommission urteilte immerhin, dass Evans ein Attest vorlegen könne, das ihr körperliche Gesundheit bescheinigt. Gleichzeitig begann sie, sich mit einer speziellen Diät auf australische Maße hochzuessen: Zurzeit hat sie immerhin schon 43 Kilo auf den Rippen, ist also auf dem besten Weg, sich ihren neuen Landsleuten zumindest vom Body Mass Index her anzugleichen.

 

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