Mo, 11. Dezember 2017

Mit 83 Jahren

10.07.2015 16:04

"Doktor Schiwago" Omar Sharif gestorben

Der ägyptische Schauspieler Omar Sharif ist tot. Der Weltstar sei im Alter von 83 Jahren in Kairo an einem Herzinfarkt gestorben, teilte seine Agentur am Freitag mit. Erst Ende Mai war bekannt geworden, dass Sharif an Alzheimer erkrankt war und sich in Ägypten in eine spezialisierte Betreuungseinrichtung zurückgezogen hatte. Sharifs berühmteste Filmrolle war jene des "Doktor Schiwago".

Am 10. April 1932 als Sohn eines reichen Holzhändlers noch als Maechel Chalhoub in Alexandria auf die Welt gekommen, wuchs Sharif in Kairo auf und zeigte schon als Kind Interesse für das Kino und die darstellende Kunst. Der junge Mann aus betuchtem Hause gründete eine Schauspielgruppe und feierte sein Filmdebüt 1953 in dem ägyptischen Film "The Blazing Sun". Die prominente Hauptdarstellerin Faten Hamama sollte er, schon ganz in seiner Art des späteren Verführers, nur zwei Jahre später heiraten.

Als zu Affären neigender Schauspieler von Weltrang mit Hang zu einem aufwendigen Leben und den Spieltischen war Sharif auf seinem Zenit in den Schlagzeilen und gleichzeitig ein Publikumsliebling. Die erste internationale Aufmerksamkeit erhielt er nach mehr als 20 Filmen in Ägypten mit seiner Nebenrolle in "Lawrence von Arabien", wo er an der Seite von Peter O'Toole spielte. Sie brachte Sharif eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller und Vollbeschäftigung im Filmgeschäft.

Bridge-Weltmeister mit Hang zu Affären
Im Jahr 1966 ging in Folge der hochgelobten Pasternak-Verfilmung "Doktor Schiwago" seine Ehe in die Brüche. Der gemeinsame Sohn Tarek spielte in dem Film den Vater im Kindesalter. "Die Nacht der Generäle" (1967) und "Funny Girl" (mit Barbra Streisand, 1968) sollten folgen. Doch in den 1970er-Jahren begann der Stern des Schauspielers zu sinken, der auch nicht immer ausgesprochen wählerisch war, wenn ihm Rollen angeboten wurden.

Seine Spielleidenschaft machte Sharif im Jahr 1973 zum Weltmeister im Bridge, sie soll ihn allerdings auch bis an den Rand des Ruins gebracht haben. Sharif hatte sein eigenes Bridge-Team ins Leben gerufen, das überaus erfolgreich war. Allein bis 1982 verlor er aber Millionen von Dollar beim Roulette. Zu den Allüren des einstigen Hollywoodstars passt die zweijährige Bewährungsstrafe, die Sharif 2007 in Los Angeles nach einem handgreiflichen Streit mit einem Parkplatzwächter aufgebrummt bekam - sein Porsche stand nicht bereit, als er in weiblicher Begleitung nachts davonbrausen wollte.

"Herr Ibrahim und die Blumen des Koran"
Doch dann war da noch "Herr Ibrahim und die Blumen des Koran" von 2003. In dem Film des Franzosen Francois Dupeyron lief der gealterte Charmeur noch einmal zur schauspielerischen Hochform auf. In Venedig hatte er zur Vorstellung dieses Films einen "Goldenen Löwen" für sein Gesamtwerk verliehen bekommen. Seit der Scheidung ein Vagabundierer mit Wohnsitzen in den USA, England, Ägypten und Frankreich, fühlte er sich sonst nur in Kairo wohl, weil "unter Freunden", wie er gestand.

In den letzten Jahren hatte sich Sharif mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im März 2013 war er am Wiener Filmball zu Gast gewesen. Am 23. Mai 2015 erklärte Sharifs Sohn Tarek Sharif in einem Interview, dass sein Vater an Alzheimer leide, was einige Tage später von Sharifs Agenten bestätigt wurde. Der Schaupieler hatte deswegen das letzte Jahr in einer speziellen Klinik in Kairo zugebracht. Dort starb er am Freitag an einem Herzinfarkt.

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