So, 17. Dezember 2017

Täter gefasst

10.07.2015 16:34

Blutiger Amoklauf fordert zwei Tote in Bayern

Blutiger Amoklauf mit zwei Todesopfern in Bayern: Ein 47-jähriger Mann erschoss am Freitagvormittag aus einem Cabrio heraus eine 82-jährige Frau, raste danach mit dem Auto in einen anderen Ortsteil und eröffnete dort wieder das Feuer. Ein 72-jähriger Radfahrer wurde tödlich getroffen. Ein Landwirt, den der Mann ebenfalls ins Visier nahm, wurde lediglich leicht verletzt, ein bedrohter Autofahrer blieb unverletzt. Der Amokläufer wurde wenig später von zwei Mechanikern einer Tankstelle überwältigt und danach von der Polizei festgenommen.

Die Tat ereignete sich in der Kleinstadt Leutershausen im bayrischen Landkreis Ansbach. Der Täter feuerte am Vormittag aus seinem Fahrzeug heraus zuerst auf eine 82-jährige Frau. Die Seniorin verstarb noch am Tatort. Danach raste der Amokläufer mit seinem silbergrauen Cabrio in einen anderen Teil der 5.500-Einwohner-Stadt und erschoss dort einen Radfahrer. Zudem bedrohte er auch noch einen Landwirt, der auf seinem Traktor unterwegs war, und einen Autofahrer mit der Waffe. Dabei fielen auch Schüsse, einer der beiden Männer wurde aber lediglich durch Splitter leicht verletzt.

Von Mitarbeitern einer Tankstelle überwältigt
Wenig später konnte der Mann laut dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann an einer Tankstelle von zwei Mechanikern überwältigt werden, nachdem er mit gezückter Pistole in den Verkaufsraum gestürmt war. Eine geistesgegenwärtige Kassenmitarbeiterin konnte dem Täter dort die Waffe entwenden, als der Mann sie kurz an der Kassa ablegte. Daraufhin lief er wieder ins Freie, wo ihn die beiden Angestellten stellten, mit Kabelbindern fesselten und die Polizei informierten.

Die Tankstelle wurde danach für längere Zeit großräumig abgesperrt, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Sprengstoff im Auto befindet. Im Wagen wurde von den Polizisten aber lediglich eine zweite Waffe gefunden. Laut dem ermittelnden Oberstaatsanwalt Gerhard Neuhof zeigte der Täter bei der Festnahme "psychische Auffälligkeiten", daher wird die Überstellung in eine psychiatrische Anstalt geprüft.

Opfer offenbar völlig willkürlich ausgewählt
Über die Motive des Täters ist bisher nichts bekannt: Wurde zuerst über eine Familientat spekuliert, so berichtete die Polizei auf einer Pressekonferenz, dass der Amokläufer auf seine Opfer offenbar völlig "willkürlich, aber gezielt" geschossen hat.

"Diese Tat wirft uns komplett aus der Bahn", sagte der Bürgermeister von Leutershausen, Siegfried Heß. "Es bleibt uns nur, den Hinterbliebenen unser Beileid auszudrücken." In einem Ort mit 5.500 Einwohnern, "in dem wir immer beschaulich gelebt haben, kannte man solche Situationen nur aus dem Fernsehen". Landrat Jürgen Ludwig sagte, er sei von der Tat tief betroffen "und in Gedanken bei Opfern und Angehörigen". Die Anrainer in den betroffenen Orten seien schwer verstört - aber dankbar für den schnellen Einsatz der Polizei.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden