Fr, 25. Mai 2018

Prozess in D

09.07.2015 16:02

Wollte zocken: Mann setzte Freundin unter Drogen

Weil er ungestört videospielen wollte, seine Freundin aber andere Pläne hatte, hat ein 23-jähriger Arbeitsloser im deutschen Castrop-Rauxel seine Partnerin kurzerhand unter Drogen gesetzt. Dafür musste er sich nun vor Gericht verantworten. Das Urteil: 500 Euro Strafe, aufgeteilt auf 50 Tagessätze.

Der Vorfall ereignete sich an einem Abend, an dem der Angeklagte mit Freunden in der gemeinsam mit der Partnerin bewohnten Unterkunft Videospiele spielte. Die Freundin des Angeklagten kam gegen 22 Uhr heim und wollte einen geruhsamen Abend verbringen. Weil das aber so gar nicht in seinem Sinn war, setzte der Angeklagte dem Tee seiner Freundin Drogen zu.

Frau war am nächsten Tag noch benommen
Die Frau verlor das Bewusstsein und wachte erst am Mittag des nächsten Tages auf - immer noch benommen von der Substanz, die ihr ihr Freund verabreicht hatte. "Ich bin dann mit dem Auto zur Arbeit gefahren, aber auch dabei immer wieder weggenickt", zitiert die deutsche Zeitung "Der Westen" die junge Frau. Am Tag nach der Tat beichtete ihr Freund der Frau seine Tat. Sie trennte sich von ihm und klagte.

Vor Gericht gab sich der junge Mann geständig. Er habe ihr nur vier bis fünf Tropfen der Substanz in den Tee getan, er selbst - der Mann war offenbar eine Zeit lang drogensüchtig - hätte weit mehr davon gebraucht. Seiner Freundin hat es dennoch gereicht - und dem Gericht auch. "Ihre Freundin hat zwar lange und tief geschlafen, was nicht weh tut, doch es handelt sich sehr wohl um vorsätzliche Körperverletzung", so der Richter.

Angeklagter bereut Tat: Gericht urteilte milde
Weil er geständig war und Reue zeigte, ließ das Gericht Milde walten. Er muss 50 Tagessätze zu je zehn Euro bezahlen und bekam vom Gericht sogar "Mengenrabatt", weil er noch eine andere Strafe abzustottern hatte. Aus insgesamt 90 Tagessätzen wurden so 70.

Der Mann nahm die Strafe an und zeigte sich geläutert. "Das war blöd, doch nun bin ich auf einem geraden Weg", sagte der Arbeitslose. Den Drogen habe er seit zehn Monaten abgeschworen, und auch einen Ausbildungsplatz wolle er sich nun suchen.

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