Sa, 16. Dezember 2017

Bild ging um Welt

09.07.2015 06:00

Weinender Grieche erhält Hilfe aus Australien

Neben Aufnahmen von rangelnden Pensionisten vor Bankschaltern ging das Bild des weinenden Pensionisten Giorgos Chatzifotiadis in Thessaloniki als Sinnbild der Schuldenkrise in Griechenland um die Welt. Jetzt findet die Geschichte offenbar ein Happy End. Als James Koufos, ein in Australien geborener Geschäftsmann griechischer Abstammung, das Foto des 77-Jährigen sah, beschloss er, dem Mann zu helfen.

Der alte Mann sei ihm bekannt vorgekommen: Er habe "wie ein Freund meines Vaters" ausgesehen, sagte der Chef einer Finanzfirma am Mittwoch. Der 41-Jährige kontaktierte daraufhin seine Mutter in Griechenland via Facebook. Diese habe ihm bestätigt, dass es sich bei Chatzifotiadis tatsächlich um einen alten Freund seines Vaters handle. Koufos' Vater war vor eineinhalb Jahren verstorben. "Als ich das sah, fragte ich meine Mutter: 'Was können wir tun?'", sagte Koufos der Nachrichtenagentur AFP. Er habe seine Mutter gebeten, den Mann ausfindig zu machen und ihm mit etwas Bargeld "Soforthilfe" zu geben.

Hilfsbereiter Australier fliegt selbst nach Griechenland
Außerdem startete Koufos auf Facebook einen Hilfsappell. In einem Fonds sammelt er seither Geld für den 77-Jährigen. Am Samstag will der hilfsbereite Australien-Grieche nach Athen fliegen, um Chatzifotiadis später in Thessaloniki zu treffen. Es sei als "Überraschung" gedacht. Er wolle Chatzifotiadis einen "ordentlichen Geldbetrag" geben.

Außerdem werde Geld gesammelt, um auch andere hilfsbedürftige Griechen zu unterstützen, sagte Koufos. Sie stünden unter anderem in Kontakt mit Zufluchtsorten für Notleidende in Athen und Thessaloniki. Auch die Familie Koufos stammt aus Thessaloniki, Chatzifotiadis war bei der Hochzeit von James Koufos' Schwester zu Gast gewesen.

Mann wollte Pension für kranke Gattin abheben
Chatzifotiadis hatte der AFP berichtet, wie es zu seinem Zusammenbruch gekommen war: Er sei bereits zuvor bei drei Banken gewesen, um für seine kranke Frau wenigstens einen Teil der Pension zu ergattern, doch stets habe er sich vor verschlossenen Türen wiedergefunden. Die vierte Bank habe dann geöffnet gehabt, dennoch habe er kein Geld für seine Frau bekommen. "Da bin ich einfach zusammengebrochen", sagte Chatzifotiadis - allerdings aus Wut über das Elend und die Situation um ihn herum, nicht wegen seiner eigenen Lage.

Der Pensionist und seine Frau hatten mehrere Jahre in Deutschland gearbeitet - von dort stammt auch die Pension seiner Frau. "Ich habe hart gearbeitet", sagte der Senior. Nun ertrage er es kaum, wenn Menschen auf den Straßen um ein paar Cent für Brot betteln müssten.

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