Mo, 11. Dezember 2017

"BRICS"-Gipfel

08.07.2015 18:49

Putin schmiedet "eigene UNO"

Angesichts zunehmender Konfrontation mit USA, NATO und EU treibt Russlands Präsident Wladimir Putin in der 1.300 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Industriemetropole Ufa ein Bündnis mit China, Indien, Brasilien und anderen Staaten voran. Damit sollen die Führungsansprüche des Westens infrage gestellt werden.

Kremlchef Putin ist Gastgeber für die aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika ("BRICS"). Er trifft dabei auch den iranischen Präsidenten Hassan Rohani.

Ausbruch aus Isolation
Die Gipfelgäste, unter ihnen die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, seien der "beste Beweis" dafür, dass der Westen mit seinen Versuchen einer Isolation Russlands gescheitert sei, sagte ein Putin-Berater. Russland will mit der Unterstützung von China seine Vorstellung von einer multipolaren Weltordnung gegen die politischen und wirtschaftlichen Führungsansprüche von USA, NATO und EU vorantreiben. Die Araber fehlen (noch) in diesem Kreis. Bei den Gesprächen in Ufa soll es auch um das umstrittene iranische Atomprogramm und den Konflikt in der Ukraine gehen.

Finanzhilfe für Griechenland kein Thema
Über eine mögliche Finanzhilfe für Griechenland wurde nicht gesprochen. "Griechenland hat uns bisher um nichts gebeten, also gab es nichts zu besprechen", sagte der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Mittwochabend. Der Ressortchef zeigte sich auch skeptisch über eine mögliche Ausnahme für griechische Produkte auf der russischen Sanktionsliste. Die Regierung in Moskau habe die Liste der Strafmaßnahmen gegen westliche Lebensmittel in der Ukraine-Krise vor Kurzem verlängert, Ausnahmen seien dort nicht vorgesehen, sagte Uljukajew.

Auch der Chef der russischen VTB-Bank, Andrej Kostin, sprach sich gegen russische Finanzhilfen für Griechenland aus. Russland habe nicht die Mittel, um in einem solchem Umfang zu helfen, wie ihn Griechenland benötige, sagte der Leiter des zweitgrößten russischen Geldhauses. Die EU habe dieses Problem geschaffen - und sollte es selbst lösen.

Loses Bündnis mit unterschiedlichen Zielen
Die fünf "BRICS"-Staaten stellen gemeinsam rund 40 Prozent der Weltbevölkerung und etwa 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. An Selbstbewusstsein fehlt es Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika also nicht. Die Länder auf vier Kontinenten liegen aber nicht nur geografisch, sondern auch kulturell weit auseinander. Ihre Interessen und Ziele in dem losen Bündnis sind deshalb unterschiedlich.

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