Mo, 11. Dezember 2017

Griechen-Krise

07.07.2015 22:24

Tsakalotos: "Eurogruppe gibt uns eine neue Chance"

Nachdem die Griechen beim Referendum am Sonntag den Forderungen ihrer europäischen Geldgeber eine klare Abfuhr erteilt haben, stellt sich nun die Frage, wie es mit ihrem Land weitergeht. Neo-Finanzminister Eufklidis Tsakalotos meinte am Dienstag, die Eurogruppe werde Athen eine "neue Chance" geben. Am Dienstagabend tagte ein weiterer Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone, dabei einigte man sich darauf, einen weiteren Sondergipfel am Sonntag abzuhalten. Einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse des Tages gibt's im Live-Ticker zum Nachlesen.

Angesichts des Ergebnisses des Referendums , in dessen Folge auch der bisherige Finanzminister Yanis Varoufakis zurücktrat, hat Athen neue Verhandlungen mit den Geldgebern angekündigt. Schon im Vorfeld dieses Gipfels sprach sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vehement gegen einen "Grexit" aus. Am Sonntag tagt ein weiterer Sondergipfel der 28 Eurostaaten. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann bestätigte die "letzte Frist für Athen" am Dienstagabend. Die wichtigsten Ergebnisse des Tages im Live-Ticker zum Nachlesen:

  • 22.24 Uhr: Der Sondergipfel der 19 Staats- und Regierungschefs der Eurozone ist beendet. Am Mittwoch wird das Europaparlament in Anwesenheit von Regierungschef Tsipras über die Lage in Griechenland debattieren. Am Sonntag soll es zudem einen weiteren Sondergipfel der Eurostaaten geben, berichten mehrere EU-Diplomaten auf Twitter. Man erwarte bis dahin allerdings einen Vorschlag aus Athen.
  • 21.00 Uhr: Die Eurogruppe will Griechenland nach Angaben des neuen Finanzministers Efklidis Tsakalotos eine "neue Chance" geben. Der "politische Wille" dazu sei da, sagt Tsakalotos. Bei dem Treffen der Eurogruppe habe es "Fortschritte" gegeben, teilt er mit, ohne nähere Angaben dazu zu machen.
  • 19.47 Uhr: US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben in einem Telefonat am Dienstag über die Griechenland-Krise beraten, teilt Obamas Sprecher Josh Earnest mit. Earnest bekräftigt die Forderungen der USA nach einer Einigung zwischen Athen und seinen Euro-Partnern: "Wir ermutigen weiter alle Seiten, sich konstruktiv an diesen Gesprächen zu beteiligen." Nach Angaben aus Athen telefonierte Obama am Dienstag auch mit dem griechischen Regierungschef Tsipras.
  • 19.15 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer haben in Brüssel mit Beratungen über die Lösung der griechischen Schuldenkrise begonnen. Bei diesem Sondergipfel geht um die Frage, ob und wie das pleitebedrohte Land neue finanzielle Unterstützung bekommen kann.
  • 18.18 Uhr: Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande erklärt vor Beginn des Euro-Gipfels in Brüssel am Dienstagabend: "Das Ziel Frankreichs ist, Griechenland in der Eurozone zu halten." Um dies zu erreichen, müsse Tsipras aber ernsthafte Vorschläge machen. "Wir brauchen die schnellstmögliche Lösung", so Hollande.
  • 18.00 Uhr: Der luxemburgische Premier und EU-Ratsvorsitzende Xavier Bettel fordert Tsipras auf, Vorschläge zu liefern. "Wir wissen, die Situation in Griechenland ist nicht die beste. Das griechische Volk ist uns nicht egal. Als Ratspräsident werde ich alles machen, um wieder den Dialog zu finden. Aber Herr Tsipras muss liefern." Das Nein-Referendum zu den Sparvorschlägen der Gläubiger "müssen wir respektieren", aber "jetzt liegt es an Tsipras, zu sagen, wie er die Zukunft sieht. Das müssen aber auch Vorschläge sein, mit denen die 18 anderen Euro-Länder leben können", sagt Bettel.
  • 17.47 Uhr: Die Griechen selbst spüren das Leben in der Krise mehr als deutlich: Wegen der dramatischen Finanzkrise sind die Banken in Griechenland bis mindestens Mittwochabend geschlossen. Wann sie zum normalen Betrieb zurückkehren werden, steht in den Sternen. "Wenn die Geldhäuser noch zwei Wochen geschlossen bleiben, bricht hier alles zusammen", befürchtet der Besitzer eines Athener Restaurants.
  • 17.34 Uhr: Unmittelbar vor dem Sondergipfel der Euroländer hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel erneut den griechischen Premier Tsipras und Frankreichs Präsident Francois Holland getroffen. Das berichten Diplomaten am Dienstag in Brüssel. Einzelheiten des Gesprächs sind nicht bekannt.
  • 17.18 Uhr: Eine weitere Sitzung der Eurogruppe zu Griechenland ist am Dienstagnachmittag in Brüssel ergebnislos zu Ende gegangen. Die Finanzminister der Währungsunion erhoffen sich nun einen neuen Vorschlag des griechischen Ressortchefs Efklides Tsakalotos. Dieser soll am Mittwoch im Verlauf einer Telefonkonferenz der Eurogruppe erfolgen.
  • 16.29 Uhr: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bestätigt, dass der griechische Premier Alexis Tsipras am Mittwoch dem EU-Parlament in Straßburg Rede und Antwort zur griechischen Schuldenkrise stehen wird.
  • 16.12 Uhr: Das Eurogruppen-Treffen ist zu Ende. Von der griechische Regierung kamen tatsächlich keine neuen schriftlichen, hingegen aber mündliche Vorschläge.
  • 15.57 Uhr: Griechenland will einen neuen Hilfsantrag stellen, nach Angaben aus EU-Ratskreisen möglicherweise am Mittwoch.
  • 15.38 Uhr: Der neue griechische Finanzminister Efklidis Tsakalotos hat offenbar keinen neuen Vorschlag der griechischen Regierung vorgelegt.
  • 15.15 Uhr: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hält eine weitere Finanzhilfe der Eurozone für Griechenland nur im Rahmen eines neuen Programms mit Spar- und Reformvereinbarungen für möglich. "Ohne ein Programm gibt es keine Möglichkeiten, Griechenland im Rahmen der Eurozone zu helfen", sagt Schäuble.
  • 14.57 Uhr: Österreichs Finanzminister Schelling mahnt eine dringende Lösung für die Liquidität der griechischen Wirtschaft ein. "Es muss keine Lösung für ein langfristiges Programm geben, aber es wird irgendeine Lösung geben müssen für die Liquidität, sonst kriegt Griechenland wahrscheinlich ein ernsthaftes Problem", sagte Schelling.
  • 13.23 Uhr: Der litauische Finanzminister Rimantas Sadzius spricht sich gegen einen "Grexit" aus. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone "ist keine Option für uns", sagte Sadzius.
  • 13.08 Uhr: Ein "Grexit" kann nach Worten des für den Euro zuständigen EU-Kommissionsvizes Valdis Dombrosvkis nicht mehr ausgeschlossen werden. "Es ist nicht unser Ziel und unsere Absicht, aber wenn das Vertrauen nicht wieder aufgebaut wird und es kein glaubwürdiges Reformpaket gibt, kann es nicht ausgeschlossen werden", sagte Dombrovskis.
  • 12.59 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erwartet von Griechenland eine Klarstellung über die Situation: "Angesichts der Lage muss die griechische Regierung sagen, wie sie einen Ausweg sieht, um zu einer Vereinbarung zu kommen."
  • 12.40 Uhr: Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel kritisiert Fehler bei der Aufnahme Griechenlands in die Eurozone: "Die Aufnahme Griechenlands in den Euro ist aus heutiger Sicht sehr naiv erfolgt."
  • 11.26 Uhr: Der lettische Zentralbank-Chef Ilmars Rimsevics hält ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro für das "realistischste Szenario" zur Überwindung der Schuldenkrise.
  • 10.25 Uhr: Italiens Premier Matteo Renzi will eine Vermittlerrolle zwischen Athen und Brüssel spielen. Er schlägt einen "Marshallplan" für Athen vor.
  • 10.01 Uhr: Die lettische EU-Ratsvorsitzende warnt vor einer Verzögerung bei der Suche nach einer Lösung für Griechenlands Schuldenkrise. Im Europaparlament in Straßburg sagte Laimdota Straujuma am Dienstag, jede Verzögerung führe zu einem Verlust.
  • 9.29 Uhr: Österreichs Regierungsspitze sieht keinen einfachen Weg aus der Krise, spekuliert aber nicht über einen "Grexit". Dieser sei laut Finanzminister Hans Jörg Schelling "eher unwahrscheinlich".
  • 9.09 Uhr: Juncker erwartet sich keine Lösung beim Sondergipfel in Brüssel. Er betont allerdings, dass "niemand die Griechen aus der Eurozone hinauswerfen wollen darf".
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