Mo, 18. Dezember 2017

Facegloria.com

06.07.2015 09:40

Amen statt Like: Frommer Facebook-Ersatz gestartet

Das Internet hat jetzt eine sündenfreie Alternative zu Facebook: "Facegloria". Die Website verspricht, alle in den Augen der Betreiber unanständigen Inhalte – fluchende, knapp bekleidete, gewalttätige oder homosexuelle Menschen – zu zensieren und nur christliche Inhalte zu erlauben. Zustimmung wird nicht wie bei Facebook mit "Gefällt mir", sondern mit "Amen" ausgedrückt.

Die portugiesischsprachige Seite Facegloria.com ist das Werk einer Gruppe evangelikaler Christen unweit der brasilianischen Metropole Sao Paulo. Das soziale Netzwerk richtet sich explizit an all jene, denen es auf Facebook zu sündig zugeht. Einer der Erfinder: "Wir wollen moralisch und technisch besser sein als Facebook."

Schimpfwort-Filter und Moderatoren
Gegen ausschweifendes Fluchen setzt Facegloria einem "CNET"-Bericht zufolge einen 600 Wörter starken Schimpfwortfilter ein, zudem gibt es ein Moderatoren-Team, das die Seite überwacht und in den Augen der Betreiber unanständige Inhalte entfernt.

Als unanständig definiert man bei Facegloria vieles. Fluchen zählt ebenso dazu wie Postings, in denen sexuelle, gewalthaltige oder auf irgendeine andere Art gegen die Weltanschauung der Betreiber verstoßende Dinge vorkommen. Dazu zählen auch Inhalte, in denen Homosexualität thematisiert wird, für evangelikale Christen gilt sie als Sünde.

Facegloria hat bereits 100.000 User
Aktuell wird Facegloria vor allem im religiös geprägten Brasilien verwendet. Rund 100.000 Nutzer sollen sich im ersten Monat bei Facegloria registriert haben, in zwei Jahren wollen die Betreiber nach eigenen Angaben die Marke von zehn Millionen Nutzern sprengen. Ein ambitioniertes Ziel, doch die Zahl der potenziellen Nutzer ist groß: Rund jeder vierte Brasilianer – auch Fußballstars wie Neymar – gehört der Glaubensgemeinschaft an.

Facegloria ist Teil eines allgemeinen Trends hin zu spezialisierten sozialen Netzwerken. Während sich quasi das ganze Internet auf Facebook versammelt, locken Nischenangebote wie eben Facegloria oder auch Googles kürzlich angekündigtes soziales Netzwerk für Gourmetskleine Special-Interest-Gemeinschaften an. So wie das echte Leben seine Subkulturen hat, bilden sich also auch im Netz immer mehr Gemeinschaften Gleichgesinnter.

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