Di, 12. Dezember 2017

Hitze in der Wohnung

07.07.2015 06:00

Völlig cool durch die heißen Tage

So groß der anfängliche Jubel über das Rekord-Sommerwetter rechtzeitig zum Ferienbeginn auch war - nach einigen Tagen Hitzerekord machen sich die "Schattenseiten" des Rekord-Hochs bemerkbar. Leider nur im sprichwörtlich gemeinten Sinn. Denn hartnäckige Hitze in den Wohnräumen belastet Körper und Gemüt. Einige "coole" Facts, Tricks und Tipps im Kampf gegen die Hitze.

Allen subjektiv unterschiedlichen Hitze-Belastungsgrenzen zum Trotz, gibt es allgemeine Werte, ab denen Innenraumtemperaturen für den menschlichen Körper extrem belastend werden. Diese Hitze-"Obergrenzen" betragen im Innenraum tagsüber 27 Grad Celsius und nachts 25 Grad Celsius.

In den meisten Wohnungen reichen zwei, drei Tage Rekordtemperaturen schon aus, um diese Grenze zu erreichen oder gar zu überschreiten.

Kampf gegen Hitze - was hilft?
Leider ist es heute wesentlich einfacher, Wärme in den Raum als aus dem Raum zu bekommen. Wichtig sind daher alle Maßnahmen, die das Eindringen der Hitze in die Innenräume so weit wie möglich verhindern.

Wie sehr und wie rasch sich ein Innenraum tatsächlich erhitzt, hängt von mehreren Faktoren ab.

Eine wesentliche Rolle dafür spielen etwa die Bauweise und die Planung der Gebäude. Massive Baustoffe (Ziegel, Beton, etc.) erwärmen sich aufgrund ihrer großen Speichermasse tagsüber nur langsam und geben in der kühleren Nacht die überschüssige Temperatur wieder ab. Bei Neubauten wird heute zusätzlich häufig ein baulicher Sonnenschutz eingeplant, wie etwa durch vorgezogene Fassaden.

Ein guter Sonnenschutz ist ebenfalls eine sehr wirksame Maßnahme, um ungewollte Hitze nicht in die Räume zu lassen. Allerdings sind nur wenige Gebäude mit außenliegenden Beschattungssystemen, die die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduzieren können, ausgestattet. Innenliegender Sonnenschutz schafft im Vergleich dazu lediglich bis zu mageren 25 Prozent.

Tipp: Bei innen liegendem Sonnenschutz empfehlen sich Modelle mit möglichst heller Außenseite oder mit Metall beschichtet. Helle Farben reflektieren das Licht besser.

Coole Maßnahmen
Wie bei so gut wie jedem Wohnthema können auch die Bewohner einiges dazu beitragen, ihren Wohn-Alltag trotz Extrem-Hitze um einiges "cooler" zu gestalten. Wichtig ist es vor allem, eine ausreichende Belüftung in die Räume zu bekommen und zusätzliche Wärmequellen im Haushalt nach Möglichkeit zu vermeiden (z.B. Deckenfluter, Computer, Plasmafernseher).

Nichts Gutes tut man sich mit dem beliebten "Fenster aufreißen" - "damit es einmal kräftig durchzieht" - gleich nach dem Heimkommen. Querlüften ist zwar gut, allerdings nur zu den richtigen Zeiten. Denn an wirklich heißen Tagen bringt nur das Lüften spät nachts und in den frühen Morgenstunden auch tatsächlich die erwünschte Abkühlung.

Ein "heißer Tipp" im wahrsten (und hier im schlechtesten!) Sinne des Wortes ist übrigens das dauergekippte Fenster. Bringt gar nichts - außer noch mehr Hitze in den Räumen, die sich übrigens auch noch besonders hartnäckig in den Wänden festsetzt.

Nicht ohne meinen Ventilator
Der heimische "Lieblings-Nothelfer" darf an heißen Tagen in kaum einem Haushalt fehlen. Wirklich effektiv vermag der bei uns übliche Standventilator zwar nicht die Raumtemperatur abzusenken, je nach System, Größe und Wirkungsprinzip sorgt er allerdings dafür, dass die Temperaturen als angenehmer empfunden werden. Der subjektive Kühlungseffekt wird in erster Linie durch den Luftstrom, der den Körper umgibt, hervorgerufen.

Die südlichen Nachbarn machen es uns vor: Decken-Ventilatoren beeinflussen die Wärmeluft-Umverteilung in geschlossenen Räumen und können auch - wiederum je nach System und Wirkungsprinzip - zu einer tatsächlich kühleren Raumluft verhelfen.

Rasch und wirksam wird die Raumtemperatur durch Klimaanlagen bzw. mobile Klimageräte abgesenkt. In der Praxis wird jedoch meist die Temperatur zu stark abgesenkt - als Faustregel gilt hier eine Differenz zur natürlichen Umgebung von sechs Grad.

Die lästige Hitze "ausgetrickst"
Temperaturempfinden ist subjektiv, und so gibt es eine ganze Reihe von "Tricks", die zwar die Raumtemperatur nicht tatsächlich abkühlen, aber dazu beitragen, dass wir sie  als "kühler" empfinden.

"Ahhh - schön kühl!" - seufzen wir erleichtert, wenn wir an heißen Tagen einen abgedunkelten Raum betreten. Tatsache ist: Gleich hohe Innenraumtemperaturen werden in abgedunkelten Räumen subjektiv als niedriger empfunden.

Pflanzen am Balkon oder auf der Terrasse sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern sorgen auch für eine bessere Luftqualität. Auch dadurch wird der Aufenthalt in Räumen als angenehmer (und "kühler") empfunden.

Schwere, dunkle Möbel drücken bei heißen Innenraumtemperaturen ganz besonders aufs Gemüt. Deckt man sie mit leichten Baumwollüberwürfen in kühl gehaltenen Farbtönen (z.B. helles Blau oder Grün) ab, sorgt man derart nicht nur für mehr "cooles Flair" in den Wohnräumen, sondern auch das Sitzen selbst wird angenehmer (kein "Kleben" auf Ledergarnituren durch verschwitzte Haut).

Düfte beeinflussen unsere Wahrnehmung stark. Mit selbstgebastelten Raumsprays können sie auch dazu beitragen, dass wir uns in heißen Innenräumen rundum wohler fühlen.

Tipp zum Ausprobieren: In eine Sprayflasche abgekühltes, abgekochtes Wasser geben und mit einigen Tropfen Rosenöl oder Zirbenöl (reine Bio-Öle!) mischen. Zirbenöl verbreitet im Nu den erdigen Duft eines schattig-kühlen Waldes - und hält nebenbei auch so manches Ungeziefer (Gelsen, Motten, etc.) fern.

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