Mi, 22. November 2017

Hitze-Tipps

20.07.2016 18:12

Wie Sie die Hitze im Job leichter ertragen

Sommerhitze kann am Arbeitsplatz schier unerträglich sein, besonders dann, wenn bestimmte Bekleidungsvorschriften gelten. Wie Sie sich bei Hitze Erleichterung verschaffen und welche Knigge-Regeln dennoch zu beachten sein können, erfahren Sie hier.

Wie Sie sich Linderung verschaffen
Versuchen Sie, viel zu trinken - mindestens zwei Liter über den ganzen Tag verteilt, je mehr desto besser. Am besten jedoch keinen Kaffee, da dieser die Schweißproduktion nur noch anregt, sondern angenehm temperiertes Leitungs- oder Mineralwasser. Auch Tees oder Fruchtsäfte sind in Ordnung. Am besten einen Schuss Zitronensaft hinzugeben, denn das kühlt zusätzlich.

Essen Sie mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten, da das die Verdauung nicht so sehr belastet wie eine Hauptmahlzeit und Ihr Kreislauf daher besser in Schuss bleibt. Essen Sie Obst, Gemüse und Salate mit höchstens leichter Fleischbeilage oder Mozzarella bzw. Schafkäse - das ist gut verträglich und heizt Ihnen nicht noch zusätzlich ein.

Legen Sie sich einen Fächer an Ihren Arbeitsplatz oder besorgen Sie sich einen USB-Ventilator. Auch ein Kühlbeutel, den Sie idealerweise untertags im Kühlschrank immer wieder einfrieren können, hilft dabei, nicht zu überhitzen: Wickeln Sie den Beutel in eine dünne Stoffhülle (Schal, Geschirrtuch) und drücken Sie diesen an Ihre Schläfen, an die Wangen, in den Nacken und an die Handgelenke, so lange es für Sie angenehm ist.

Jedenfalls immer möglich ist das Kühlen der Handgelenke unter fließendem Wasser. Auch können Sie sich die Schläfen oder den Nacken mit kaltem Wasser betupfen. Aber Achtung: Sind Sie empfindlich für Verspannungen, tun Sie das nur, wenn Ihnen nicht die Klimaanlage ihren kalten Hauch entgegenweht.

Arbeiten Sie im Freien, können Sie sich ein wenig Linderung verschaffen, indem Sie sich immer wieder mit einem Lappen, der mit kühlem Wasser getränkt wurde, abreiben. Die Verdunstungskälte hilft, sich ein wenig herunter zu kühlen.

Generelle Verhaltensempfehlungen
Die Hitze kann auch für kleinere Auseinandersetzungen im Büro sorgen: Ein ewiges Thema ist die Frage der Temperatur im Büro. Während die Männer die Klimaanlage auf Hochtouren laufen lassen, sind meist Frauen hier eher empfindlich. Bevor Sie sich daher an die Temperaturregelung begeben, fragen Sie kurz in die Runde, ob das in Ordnung geht. Selbiges gilt für den Betrieb von Ventilatoren und das Öffnen von Fenstern.

Im Sommer ist es zwar normal, dass man leicht schwitzt, das kann Ihnen und auch Ihrem Gegenüber bei einem schwitzig-feuchten Händedruck zur Begrüßung aber sehr unangenehm sein. Daher sollten Sie immer ein Taschentuch eingesteckt haben, um eine eventuell verschwitzte Hand vor der Begrüßung durch Handschlag unauffällig in der Tasche trocknen zu können: Einfach das Taschentuch kurz in der Faust der rechten Hand zusammenknüllen, schon sind die schlimmsten "Sturzbäche" beseitigt.

Kleidungswahl
Wer an einem Arbeitsplatz mit wenig strengen Bekleidungsvorschriften arbeitet, kann sich glücklich schätzen, denn durch helle, leichte Bekleidung und luftige Schuhe lassen sich hohe Temperaturen gut ertragen. In manchen Unternehmen diktiert leider trotz Hitze der Knigge die Wahl der Bekleidung.

Bekleidungsknigge für Männer
Männer haben es im Sommer leider besonders schwer: Laut Knigge muss ungeachtet der Temperaturen ab dem mittleren Management grundsätzlich ein Anzug mit Krawatte getragen werden. Das ist natürlich abhängig vom Hausbrauch, gilt aber jedenfalls bei offiziellen Besprechungen und Meetings. Erst wenn der ranghöchste Teilnehmer sein Sakko auszieht oder den Krawattenknoten lockert, dürfen Sie das auch tun. Sie sollten jedoch darauf verzichten, Ihr Hemd weiter aufzuknöpfen. Denn ein Ausblick auf männlichen Brustpelz ist jedenfalls nicht kniggekonform.

Herrscht kein Anzugzwang, so ist laut Knigge dennoch ein langärmeliges Hemd mit Krawatte zu tragen. Auch hier gilt: Orientierung am Vorgesetzten. Wird die Order ausgegeben, dass aufgrund der Temperaturen der Krawattenzwang ausgesetzt wird oder auch Kurzarmhemden erlaubt sind, ist die Regel außer Kraft gesetzt.

Männer können sich etwas helfen, indem sie im Sommer auf leichtere Anzüge aus Baumwolle oder Leinen ausweichen. Auch hellere Anzüge sind erlaubt, weiß ist jedoch ein Tabu. Männer sollten gerade in klassischen Branchen auf knallige Farben verzichten und hellere Grau- oder Brauntöne bevorzugen. Weiters kann man sich das Leben etwas erleichtern, indem man immer ein Reservehemd im Büro hat. Schweißflecken können Sie vorbeugen, indem Sie unter dem Hemd ein eng geschnittenes T-Shirt tragen. Auch ist es sinnvoll, ein Deo im Büro zu haben, damit Sie untertags Ihren Deoschutz nachbessern können. Und: Überprüfen Sie Ihre Hemden regelmäßig im Achselbereich, ob diese nicht bereits dauerhafte, unschöne Verfärbungen von Schweiß oder Deo aufweisen - tragen Sie diese dann keinesfalls mehr an jenen Tagen, an denen die Gefahr besteht, dass Sie Ihr Sakko ausziehen müssen. Jedenfalls ein No-Go sind kurze Hosen und Sandalen. Entblößte Männerbeine haben im Büro nichts verloren.

Auf Baustellen oder in handwerklichen Berufen ist es insofern schwierig, als es bestimmte Kleidungsvorschriften in Zusammenhang mit der Arbeitssicherheit gibt. Bei normaler Oberbekleidung sollte darauf geachtet werden, möglichst helle, leichte, atmungsaktive Kleidung zu wählen, die schnell trocknet und den Schweiß nicht zu sehr aufsaugt. Wo kein Helm vorgeschrieben ist, sollte bei Arbeiten in der Sonne dennoch eine Kopfbedeckung getragen werden, um einem Sonnenstich vorzubeugen.

Knigge für Frauen
Für Frauen ist der Knigge im Büro nicht so streng. Auch hier gilt Kostümpflicht ab dem mittleren Management, dies wird jedoch nicht so streng gesehen. Wichtig ist, dass Röcke nicht zu kurz und Ausschnitte nicht zu tief werden. Der Rock muss bis etwa zum Knie reichen. Hautenge Kleidungsstücke sollten vermieden werden, da Sie darin automatisch mehr schwitzen. Schulterfreie Tops und Spaghettiträger sind tabu. Kurzärmelige Oberteile sind in Ordnung, sollten jedoch mindestens die Hälfte des Oberarms bedecken. Erleichterung verschaffen Sie sich durch luftige Kleider und Blusen, die nicht eng anliegen, sodass die Luft zirkulieren und der Körper seine Temperatur gut regeln kann.

Für die Fußbekleidung gilt streng nach Knigge: Geschlossene Sandalen sind Pflicht! Dazu müssten im Prinzip auch Strümpfe getragen werden, wobei hier immer wieder eine Lockerung überlegt wird. Ist Ihnen bewusst, dass Sie zu Schweißfüßen neigen, sollten Sie immer zu Echtlederschuhen greifen und Fußdeos verwenden. Ebenfalls sinnvoll ist, ein Reserveoberteil im Büro zu haben, falls einmal wirklich Schweißflecken sichtbar werden. Genauso ist es angebracht, Make-up untertags immer wieder zu kontrollieren, damit Sie keinen Hautglanz aufweisen. Auch untertags immer wieder zum Deo greifen oder mattierende Tücher verwenden.

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