Mo, 11. Dezember 2017

Versuche an Menschen

04.07.2015 15:21

Nordkoreaner flüchtet mit Beweisen für Gräueltaten

Mit möglicherweise hochbrisanten Informationen im Gepäck ist einem Wissenschaftler die Flucht aus Nordkorea nach Europa gelungen. Der Überläufer, der sich unbestätigten Angaben zufolge derzeit in Finnland aufhalten soll, habe Beweise für Experimente an Menschen in den Laboren von Diktator Kim Jong Un, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Die Daten, die der Mann demnächst im EU-Parlament präsentieren wolle, würden mit großer Wahrscheinlichkeit belegen, dass Nordkorea über biochemische Waffen verfüge.

Der Mann, der laut eigenen Angaben jahrelang als Experte für biochemische Waffen in Nordkorea geforscht hatte, konnte offenbar seine eigene Arbeit moralisch nicht mehr verantworten und entschloss sich, sein Heimatland zu verlassen. Keine leichte Entscheidung, ist Überläufern in dem stalinistischen Regime doch im Falle der Gefangennahme der Tod gewiss. Über China und die Philippinen war es dem Forscher schließlich gelungen, im Juni nach Finnland zu entkommen.

"Der offensichtliche Grund für sein Überlaufen ist, dass er sehr skeptisch über seine Forschung wurde", zitierte Yonhap einen Vertreter einer Menschenrechtsgruppe, die sich mit dem Fall des 47-Jährigen beschäftigt. Als Beleg habe der Wissenschaftler rund 15 Gigabyte an Datenmaterial mit nach Europa gebracht, hieß es in dem Bericht.

Nordkorea-Experte hält Material für "glaubwürdig"
Das hochbrisante Labor-Material enthält der südkoreanischen Nachrichtenagentur zufolge detaillierte Informationen über Versuche an Menschen. Gegenüber der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat" stufte Greg Scarlatoin, Direktor des US-amerikanischen Komitees für Menschenrechte in Nordkorea, das Material als glaubwürdig ein. "Uns wurden bereits vorher ähnliche Berichte über Menschenversuche in Gefangenenlagern übermittelt", so Scarlatoin.

So hatte zuletzt im Dezember des Vorjahres ein übergelaufener nordkoreanischer Ex-Militär von Versuchen mit biochemischen Kampfstoffen an Behinderten, darunter auch Kinder, gesprochen. Allerdings konnte der Mann damals keine konkreten Beweise für die schweren Vorwürfe gegen das Regime von Kim Jong Un vorlegen. Pjöngjang dementiert offiziell den Besitz von Chemiewaffen.

Überläufer will Daten dem EU-Parlament präsentieren
Die Daten des nun nach Europa geflüchteten Wissenschaftlers sind somit umso brisanter, sollten sie Experimente an Menschen tatsächlich belegen können. Yonhap zufolge will der Überläufer seine Beweise noch im Juli dem EU-Parlament präsentieren, um auf die Gräueltaten des nordkoreanischen Regimes aufmerksam zu machen.

Die finnische Regierung hat laut "Helsingin Sanomat" bislang jedoch nicht bestätigt, dass sich der 47-Jährige in dem Land aufhält. Sie wolle auch keine Erklärung zu seinen Plänen abgeben, das brisante Material dem EU-Parlament zu präsentieren.

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