Sa, 18. November 2017

So denkt Österreich

03.07.2015 10:27

Asyl-Debatte: Lob für Helfer, Schelte für Politik

Die Österreicher finden mehrheitlich, dass die Politik schlecht mit dem Asylthema umgeht. Das ergab eine aktuelle Umfrage des market-Instituts. Das beste Zeugnis wird in diesem Zusammenhang den Hilfsorganisationen ausgestellt. Die meisten Negativ-Nennungen verbuchen FPÖ und EU. Unter den Befragten zeigt sich zudem große Hilfsbereitschaft und wenig Angst, dass die Flüchtlinge Jobs wegschnappen könnten.

Die Linzer Meinungsforscher haben von 24. bis 29. Juni 505 Über-16-Jährige online interviewt. Nur zwei Prozent davon fanden, dass Österreich "sehr gut" mit den wachsenden Flüchtlingsströmen umgeht, 17 Prozent entschieden sich für "gut" und 29 Prozent für "mittelmäßig". 35 Prozent bezeichneten die Praxis als "schlecht", 17 Prozent als "ganz schlecht". Jüngere sind in dabei kritischer als Ältere, im Süden und Osten ist man deutlich unzufriedener als im Westen des Landes.

Die Befragten sollten den Umgang diverser Akteure mit dem Thema mittels Schulnoten bewerten. Mehrheitlich positiv fiel das Zeugnis nur für die Hilfsorganisationen aus: 20 Prozent gaben ihnen ein "Sehr gut", 33 Prozent ein "Gut". Die Nächstbesten sind die Kirche und die Bevölkerung. Die Leistung der Gemeinden wird höher eingeschätzt als die des Innenministeriums, dessen Noten immer noch besser sind als jene der Länder.

Grüne sind Klassenbester bei Asylthema
Unter den Parteien sind die Grünen Klassenbester. Die FPÖ erntet zwar mit Abstand die meisten Vierer und Fünfer, aber auch mehr Einser und Zweier als SPÖ und ÖVP. Die Koalitionspartner liegen in der Wertung nahe beieinander, die Sozialdemokraten mussten allerdings öfter einen "Fleck" einstecken als die Volkspartei.

Weiters zeigt die Befragung, dass die Bevölkerung offenbar hin- und hergerissen ist zwischen Hilfsbereitschaft und der Ansicht, dass man ohnehin schon genug getan habe: 77 Prozent finden, man solle in den Fluchtländern besser informieren, dass es kaum Chancen auf Asyl gebe. 70 Prozent stehen auf dem Standpunkt, dass Österreich die moralische Pflicht habe zu helfen, wenn jemand in seiner Heimat verfolgt wird. Fast gleich viele - 69 Prozent - denken allerdings auch, dass nun einmal andere EU-Länder dran sein sollten.

Verstärkte Grenzkontrollen würden 59 Prozent befürworten. 39 Prozent stört es, wenn Flüchtlinge in ihrer unmittelbaren Umgebung untergebracht sind. Angst, dass die Asylwerber ihnen den Arbeitsplatz wegnehmen könnten, haben hingegen nur 24 Prozent. Europaweit betrachtet geht Ungarn nach Ansicht der Befragten am schlechtesten mit der Situation um, auch Griechenland und Großbritannien sind den Österreichern negativ aufgefallen. Eher gut schneiden Italien und Deutschland ab.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden