Mo, 11. Dezember 2017

Mini-Zeitumstellung

01.07.2015 10:12

Der 1. Juli dauert um eine Sekunde länger

Mittwochfrüh um 1:59:59 Uhr MESZ (bzw. Mitternacht der Weltzeit UTC) ist eine sogenannte Schaltsekunde, eingeschoben worden. Mit der Mini-Zeitumstellung wurde kompensiert, dass die Erde für eine Umdrehung ein ganz kleines bisschen länger braucht als 24 Stunden.

Wann genau zum Ausgleich eine Schaltsekunde eingefügt wird, entscheidet der Internationale Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme (IERS). Alle zwei bis drei Jahre beschließt der die Einführung einer Schaltsekunde. Die vom 1. Juli 2015 war die 26. seit 1972.

Während die meisten Uhren den Sprung bewältigen, kommt manche Software mit einer zweiten 60. Sekunde nicht gut klar. Bei der Schaltsekunde 2012 wurden mehrere Websites lahmgelegt, das Buchungssystem der australischen Fluggesellschaft Qantas fiel zeitweise aus.

"Sonne würde irgendwann mittags aufgehen"
"Würde man die Differenz nicht korrigieren, würde die Sonne irgendwann mittags aufgehen", erklärt Wolfgang Dick vom IERS-Zentralbüro in Frankfurt am Main. Bekanntgegeben wird eine solche Zeitanpassung jeweils ein halbes Jahr im Voraus. International vereinbart ist, dass Weltzeit UTC und Sonnenzeit UT1 nie mehr als 0,9 Sekunden voneinander abweichen.

Seit 1972 geben Atomuhren an gut 70 nationalen Zeitinstituten die Weltzeit (UTC) vor. Um sie parallel zur Sonnenzeit (UT1) - also dem Tag-Nacht-Rhythmus der Erdrotation - zu halten, wird in manchen Jahren der letzte Juni- oder der letzte Dezembertag um eine Sekunde verlängert. Die Schaltsekunde im Sommer ist die bereits 26. seit 1972.

Schaltsekunde wichtig für Navigationssysteme
Kaum jemand wird wegen der Schaltsekunde seine Uhr zurückstellen, doch hat diese Kleinigkeit große Bedeutung für unser Leben: Etwa für die Betreiber und damit auch Nutzer von Navigationssystemen. Auch Astronomen, die mit hochpräziser Himmelsbeobachtung zu tun haben, sind bislang auf die Schaltsekunde angewiesen.

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