Mi, 21. Februar 2018

Mittels "Hubble"

24.06.2015 11:40

Forscher finden Exoplaneten in Kometen-Kostüm

Astronomen haben mithilfe des Weltraumteleskops "Hubble" herausgefunden, dass aus einem bereits 2004 entdeckten Exoplaneten der Größe Neptuns eine gewaltige Wasserstoffwolke entweicht, die ihn wie einen riesigen Kometen aussehen lässt. Die Entdeckung könnte vielversprechend für die Suche nach bewohnbaren Planeten sein, so die Forscher.

"Diese Wolke ist sehr spektakulär", sagte David Ehrenreich, Astrophysiker an der Universität Genf, in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. "Es scheint fast so, als heize die Strahlung des Sterns die Atmosphäre erst auf, wodurch der Wasserstoff verdampft, dann aber zu schwach sei, um die Wolke wegzublasen, die sich um den Planeten herum gebildet hat."

Planet hat 23-fache Masse der Erde
Der Exoplanet GJ 436b (auch als Gliese-436b bezeichnet) - also ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems - hat die etwa 23-fache Masse der Erde. Er umkreist seinen Stern in nur drei Tagen und besitzt eine Atmosphäre, die riesige Spuren von Wasserstoff zurücklässt.

So ein "Kometenschweif" sei bereits bei einigen sehr großen und heißen Exoplaneten beobachtet worden, jedoch noch nie in diesem Ausmaß, berichtet ein internationales Forscherteam um Ehrenreich im Fachjournal "Nature" über den Fund.

Den Astronomen war es gelungen, den Schatten der Wolke zu beobachten, wenn sie vor dem Stern vorbeizieht. Sie besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und absorbiert das vom Stern ausgestrahlte UV-Licht. Von der Erde aus ist die Wolke nicht zu sehen, wohl aber mit den empfindlichen UV-Instrumenten des Weltraumteleskops "Hubble".

Exoplanet mit Schweif größer als sein Stern
"In den sichtbaren Regionen sieht man nur den Schatten eines Planeten, der etwa viermal so groß ist wie die Erde", sagte Ehrenreich. "Durch die 'Hubble'-Instrumente verwandelt sich der Exoplanet in ein wahres Monster und ist sehr viel größer als sein Stern."

Der Exoplanet ist vor einigen Tausend Jahren entstanden und hat seitdem etwa zehn Prozent seiner Atmosphäre verloren. Eine solche Verdampfung könnte laut den Forschern das vollständige Verschwinden der Atmosphären bei bestimmten steinigen Exoplaneten erklären.

Diese Art der Beobachtung sei sehr vielversprechend für die Suche nach bewohnbaren Planeten, erklärte Mitautor Vincent Bourrier von der Universität Genf. Denn so könnte Wasserstoff aus dem verdunstenden Meerwasser von leicht heißeren erdähnlichen Planeten als unserer Erde aufgespürt werden. Das Phänomen könnte außerdem das Verschwinden von Wasserstoff außerhalb der Atmosphäre unserer Erde erklären, da dieses Element dort vor mehr als vier Milliarden Jahren reichlich vorhanden war.

So könnte auch unsere Erde enden
In ferner Zukunft könnte die Erde dann selbst wie GJ 436b aussehen: In etwa drei oder vier Milliarden Jahren wird sich unsere Sonne in einen roten Giganten verwandeln, der das Leben auf der Erde unmöglich macht. Astrophysiker nehmen an, dass sich unser Planet dann ebenfalls in einen riesigen Kometen mit Schweif verwandeln könnte.

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