Sa, 18. November 2017

Einigung nah?

23.06.2015 13:40

Oettinger will Roaming nun Mitte 2017 abschaffen

Das Ende der umstrittenen Roaming-Aufschläge für Handy-Telefonate im Ausland ist nach den Worten von EU-Digitalkommissar Günther Oettinger wohl in Sicht: "Ab dem zweiten Quartal 2017 könnten die Roaming-Gebühren in der EU wegfallen", sagte Oettinger nach Angaben der EU-Kommission in Bonn.

Auf den Termin Frühjahr 2017 würden sich EU-Kommission, die Regierungen der 28 Mitgliedsländer und das europäische Parlament "wahrscheinlich schon sehr bald einigen", fügte der deutsche EU-Kommissar hinzu.

Abschaffung ursprünglich früher geplant
Oettinger verteidigte mit Blick auf die Wirtschaft eine mögliche Verschiebung, denn ursprünglich sollten die Roaming-Gebühren schon früher wegfallen: "Wenn das Ende des Roaming jetzt Mitte 2017 kommt, haben die Firmen ein Jahr mehr Zeit gegenüber der alten Planung, um sich auf die neuen Regeln einzustellen."

Roaming-Aufschläge sind Zusatzgebühren, die beim Telefonieren mit dem Handy, für Textnachrichten und die Internetnutzung im Ausland anfallen.

Für das EU-Ausland will die EU-Kommission diese Gebühren seit langem abschaffen. Dafür hat sie bereits mehrere Deckelungen durchgesetzt, wodurch Roaming billiger wurde. Das völlige Aus verzögert sich aber, vor allem wegen der Haltung der einzelnen EU-Regierungen. Diese traten noch im Mai für Ende 2018 als Datum der Abschaffung ein, wohingegen das Europaparlament Ende 2016 verfocht.

Weitere Verhandlungen geplant
Für kommenden Montag ist nach Angaben des lettischen EU-Ratsvorsitzes eine neue Verhandlungsrunde anberaumt. Dabei sollen sich Unterhändler von Rat, Parlament und Kommission treffen. "Wir haben weiterhin die Hoffnung, dass wir kommende Woche eine Einigung erreichen", sagte ein Sprecher des Ratsvorsitzes.

Gedämpfter sind die Erwartungen im Europaparlament. Dort hieß es am Dienstag, dass das Treffen noch nicht feststehe. Sorgen bereiten im Parlament auch mögliche Vorbehalte: "Alles, was vom Rat gekommen ist, deutet nicht auf eine völlige Abschaffung des Roamings ohne Hintertürchen hin", hieß es.

Darüber hinaus ist die Roaming-Abschaffung mit dem mindestens ebenso umstrittenen Thema Netzneutralität verknüpft. Hier seien Kompromisse aber potenziell noch schwerer zu erreichen als beim Roaming selbst, hieß es aus dem Europaparlament.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden