Di, 20. Februar 2018

Ex-Präsident im TV

23.06.2015 16:26

Janukowitsch dankt "Lebensretter" Wladimir Putin

Der vor 16 Monaten gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat Russlands Staatschef Wladimir Putin in einem Interview für dessen Einsatz als sein Lebensretter gedankt. Mit der Hilfe russischer Soldaten war Janukowitsch am 23. Februar 2014 außer Landes geflüchtet. Er sei Putin dankbar, den Befehl zu dieser Aktion gegeben und "mein Leben gerettet" zu haben, sagte er am Montagabend gegenüber der BBC. Außerdem räumte er eine Mitverantwortung für das Blutvergießen auf dem Maidan in Kiew ein.

"Die Tatsache, dass Wladimir Putin auf Drängen seiner eigenen Spezialkräfte diese Entscheidung traf, war richtig und seine Aufgabe", so Janukowitsch. Seinen politischen Gegnern in Kiew warf der Ex-Präsident vor, damals einen "Militärputsch" durchgezogen zu haben. "Sie haben das Land zerbrochen, sie haben die ganze Welt in diesen Konflikt gezogen."

"Hätte mehr tun können, um Blutvergießen zu verhindern"
Nach monatelangen Protesten proeuropäischer und nationalistischer Aktivisten gegen eine engere Bindung der Ukraine an Russland war die Lage im Zentrum Kiews im Februar 2014 eskaliert. Bei einer noch immer nicht aufgeklärten Schießerei auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan waren etwa 100 Menschen getötet worden. Janukowitsch bekräftigte in dem BBC-Interview, er habe keinen Befehl gegeben, auf die Demonstranten zu schießen. Er hätte aber mehr tun können, um das Blutvergießen zu verhindern, räumte er ein.

Nach dem Umsturz annektierte Russland die Schwarzmeerhalbinsel Krim, im Osten der Ukraine starteten prorussische Separatisten einen Kampf für die Abspaltung des Landesteils. Dem andauernden Konflikt sind bis heute fast 6.500 Menschen zum Opfer gefallen.

Möchte eines Tages in die Ukraine zurückkehren
Janukowitsch, der im russischen Exil lebt, sagte der britischen BBC, er wolle eines Tages in die Ukraine zurückkehren. Nach seiner Vertreibung sorgte bei seinen Landsleuten für Empörung, dass er in einem palastähnlichen Anwesen lebte, während das Land schon damals in akuter Finanznot steckte. In dem Interview wies Janukowitsch den Vorwurf der Verschwendung zurück. So seien die Strauße in dem zum Anwesen gehörenden Zoo "einfach da gewesen".

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden