Mi, 13. Dezember 2017

Gesund und gut

21.06.2017 09:23

Die Ernte vom eigenen Balkon

Noch ist es nicht zu spät für all Jene, die erst jetzt so richtig Lust auf eine Gemüseernte, frisch von dem eigenen Balkon oder der eigenen Terrasse, bekommen haben. Denn von Gärtnereien bis zu Supermärkten - überall sieht man nun die verlockenden Jungpflanzen, die darauf warten, einfach nach Hause getragen zu werden.

Die gute Nachricht vorweg: Man muss kein leidenschaftlicher oder überzeugter Hobby-Gärtner sein oder gar über den berühmten grünen Daumen verfügen, um aus seinem Balkon ein ebenso gesundes wie schmackhaftes Mini-Ernteparadies zu machen.

Einige Grundregeln
Selbst auf kleinstem Raum gedeiht und entwickelt sich "junges Gemüse" sehr gut. Vor allem die besonders beliebten grünen Leckereien, wie z.B. Paradeiser, Paprika, Salat, Gurken und Zucchini - allesamt Mitglieder der Familie der "Nachtschattengewächse" -, wachsen praktisch wie von selbst.

Außer fehlerhaft zu gießen, kann man daher so gut wie nichts falsch machen. Plus: Viele Sorten sind nicht nur schmackhaft, sondern auch ausgesprochen dekorativ, sodass man nicht nur für Gesundheit und kulinarische Freuden etwas tut, sondern auch für das Auge.

Ganz egal, ob großes Feld oder "Mini-Acker" - die Ansprüche der Pflanzen sind im Wesentlichen immer gleich: Gute Erde, gute Düngung, gute Bewässerung und vor allem natürlich auch viel Sonnenlicht brauchen sie alle.

Voraussetzung für ein gutes Gelingen sind aber auch ausreichend Erde und nicht zuletzt Platz. Ein häufiger Fehler bei Eigenpflanzung liegt häufig in der zu knappen Bemessung der Pflanzabstände.

Tipp: Runde Töpfe sind daher für den Gemüseanbau allgemein besser geeignet als die gängigen, kleinen Blumenkisten. Die Töpfe sollten zumindest 10 Liter Erdvolumen fassen können. Bei der Topfwahl auch darauf achten, dass überschüssiges Gießwasser ungehindert abrinnen kann!

Gute und regelmäßige Pflege
Wie bei so vielen Pflanzen ist auch bei den "Nachtschattengewächsen" eine gut gedüngte Erde Voraussetzung für eine reiche Ernte. Regelmäßiges Düngen mit einem geeigneten organischen Dünger fördert das Wachstum und den Ernteertrag.

Die Erde selbst darf niemals ganz austrocknen, allerdings sollte Staunässe unbedingt vermieden werden. Reicht es daher im Frühsommer meist aus - je nach Wetterlage - alle zwei bis drei Tage zu gießen, so muss an heißen Sommertagen meist täglich gegossen werden.

Achtung: Bei den so beliebten Paradeisern immer nur die Erde und nicht die ganze Pflanze gießen! Die Paradeiser-Schalen platzen sonst oder verfaulen!

Kartoffeln groß in Mode
Der Selbstanbau von Kartoffeln galt bis vor wenigen Jahren noch als absolute Rarität unter den Mini-Hobby-Bauern. Nicht nur auf dem Balkon, sondern auch im eigenen Garten. Das hat sich heute gründlich geändert. Und ganz im Gegenteil: Zahlreiche Pflanzsorten stehen mittlerweile für den Eigenanbau zur Verfügung.

Zwar ist es zwar jetzt schon etwas spät: Doch mit vorgekeimten Kartoffeln gelingt das Anbau-Experiment auch noch Ende Juni/Juli. Zwar fallen die Kartoffeln dann meist kleiner, dafür aber angeblich umso schmackhafter aus.

Der Kartoffelanbau selbst gestaltet sich in der Regel recht einfach. Wichtig ist vor allem ein ausreichend großer Pflanzkübel. Am besten in dunkler Farbe, da er sich so am raschesten und besten erwärmt.

Tipp: Pflanzkübel aber an heißen Tagen nicht in der prallen Sonne stehen lassen!

Der Pflanzgefäßboden wird mit einer ca. 20 Zentimeter dicken Schicht aus (guter) Erde, Kompost (bzw. einige Hornspäne) und eventuell auch noch mit etwas Sand bedeckt.

In einer Tiefe von rund fünf Zentimetern werden dann einige Pflanz- (Mutter-)Kartoffeln eingelegt.

Sieht man die ersten Sprossspitzen aus der Erde wachsen, werden diese wiederum mit einer Schicht Komposterde abgedeckt, bis das Grün nicht mehr zu sehen ist. So geht es weiter bis der Gefäßrand erreicht ist. Dann heißt es: Die Kartoffeln einfach wachsen lassen. Reif sind Kartoffeln dann, wenn das Laub gelb wird und anfängt zu welken. Vom Anbau bis zur Ernte muss allerdings mit etwa 100 Tagen gerechnet werden.

Achtung: Das Grün der in der Erde liegenden Kartoffeln sieht zwar appetitlich aus, ist es aber nicht (giftig!). Bei Kindern darauf achten, dass sie dieses nicht "kosten".

Tipp: Sehr praktisch sind die speziellen Kartoffel-Pflanzsäcke, die man nach der Ernte leicht wieder für das nächste Jahr verstauen kann.

Dauerhit Cocktail-Paradeiser
Bei den ebenso dekorativen wie auch meist ertragreichen Cocktail-Paradeiserstauden werden selbst eingefleischte "Eigenanbau-Verweigerer" häufig schwach.

Da viele gängigen Paradeisersorten heute speziell für den Balkonanbau gezüchtet wurden, kann man auch hier nicht viel falsch machen.

Die Stauden wachsen rasch. Auf ein entsprechendes "Stützgerüst" sollte man daher nicht verzichten, da sonst die Gefahr besteht, dass sie bei heftigem Wind oder Regen abknicken.

Übrigens Regen: Zu viel Regen vertragen Paradeiser schlecht. Ideal ist es daher, sie an einen etwas geschützten Platz auf dem Balkon zu stellen. Auch eigene Paradeiserstauden-Schutzhüllen gibt es in Baumärkten und Online zu günstigen Preisen zu kaufen.

Die kleinen Cocktail-Paradeiser bestechen durch ihren guten Geschmack und ihre Süße. Allerdings gibt es auch hier aufgrund des großen Angebots einige Unterschiede. Auf Nummer Sicher geht man, wenn man die Pflanzen in einer Gärtnerei kauft und sich hier auch gleich ausgiebig beraten lässt.

Kronen Zeitung

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