Mi, 22. November 2017

21.06.2015 06:00

„Asylwerber gerecht verteilen“

"Doppelschlag" des Linzer Stadtchefs Klaus Luger: Erstens bekräftigt er seine Ablehnung eines "Asylzentrums à la Traiskirchen" in der Derfflingerstraße, zweitens rügt er, dass drei Viertel aller oberösterreichischen Gemeinden keinen einzigen Flüchtling betreuen. Luger fordert daher "eine gerechte Verteilung".

Luger zeigt sich "entsetzt" über die Ankündigung der Innenministerin, in Linz ein Großquartier für die Verteilung von Asylwerbern zu schaffen (wir berichteten). 250 Flüchtlinge – "zufällig" ebenso viele wie in der abzuschaffenden Zeltstadt am Polizeigelände gleich gegenüber – sollen im Bundesgebäude in der Derfflingerstraße (früher ein Postgebäude) untergebracht werden. Der Bürgermeister vermutet "ein schon länger bestehendes Übereinkommen zwischen der Innenministerin und LH Josef Pühringer, ein Großquartier in Linz zu schaffen" – Was Pühringer durch VP-Geschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer bestreiten lässt.


Anlässlich der aktuellen Flüchtlingswelle insgesamt fordert Luger "eine gerechtere Verteilung von Asylwerbern in Oberösterreich" ein. Denn während Linz seine Quote zu 140 Prozent erfülle, betreuten von den insgesamt 442 oberösterreichischen Gemeinden 307 keinen einzigen Asylwerber und 31 Gemeinden nur je bis zu 10 Flüchtlinge: "Das heißt, 76 Prozent aller Gemeinden sind nicht in der Lage oder willens, wenigstens drei Familien Unterkunft zu bieten", sagt Luger: "Diese Situation nehme ich so nicht hin!"


Auch FP-Landeschef Manfred Haimbuchner lehnt ein "Asylzentrum" in Linz ab und sagt: "Wenn schon der Wille dafür fehlt, Aufnahmezentren an den EU-Außengrenzen zu errichten, so sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um große Aufnahmelager mitten in unseren Städten und Gemeinden zu verhindern."

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