Mo, 23. April 2018

Horrormord

18.04.2006 22:40

Irre Mutter hat Tochter mörderisch geliebt

„Sie hat ihre Tochter massiv geliebt - und gehasst, als sie sich von ihr undankbar abwandte und abspaltete“: So erklärt der Gerichtsgutachter Ernst Griebnitz im „Krone“-Interview erstmals, warum Romana Miny (42) ihre Tochter Sandra (21) geköpft, verbrannt und versenkt haben könnte. Warum er diese Mutter für zurechnungsunfähig und weiterhin für gemeingefährlich hält: „Sie liebt und hasst ihren Ex-Gatten ja ebenso!“

Der Salzburger Uni-Assistenz-Professor für forensische Neuro-Psychiatrie hat die Linzer Gefangene einen halben Tag lang untersucht und dann ein 30 Seiten langes Gutachten verfasst, das die Gräueltat von Sarmingstein erklären soll: „Einen innig geliebten  Menschen umzubringen, zu zerstückeln und zu entsorgen, kann ja niemand in normalem Zustand bewältigen“, diagnostiziert Griebnitz bei Miny eine „psychogene Psychose“. Sie sei keine Beklagte, sondern eine Betroffene. Ein Fall für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Unbefristet zwar, aber nicht lebenslang: Geisteszustand und Heilungserfolg werden jährlich von Ärzten und Richtern geprüft, doch die behandelnden Psychiater könnten auch jederzeit eine bedingte Enthaftung der Frau beantragen.

Es gilt die Unschuldsvermutung: Die Patientin wurde zu Ostern vom Linzer Gefangenenhaus in die Landes-Nervenklinik überstellt. „Sie ist ja nicht schuldfähig“, erklärt der Linzer Staatsanwalt Rainer Schopper, „muss aber wegen ihrer Gefährlichkeit weiter angehalten werden“.

Hass auf Ex-Gatten
Denn Romana Miny liebt und hasst ihren Ex-Gatten offenbar ebenso mörderisch wie ihre Tochter. Als Sandra von ihrem Vater gekommen war, passierte es ja. „Vom Gatten beeinflusst, wollte das Mädchen die Mutter offenbar verlassen - dieses Spannungsverhältnis konnte die Frau nicht mehr ertragen“, schildert der Gutachter seinen Blick in ihre Seele, ihre „psychotische Entgleisung“: „Sie kann sich aber an die Tat nicht erinnern, weil sie verdrängt, was sie nicht akzeptieren kann, was sie nicht aushalten könnte“, erklärt Griebnitz, warum Miny beteuert: „Ich war´s nicht.“

 Der Nervenarzt widerlegt Einwände, dass die Gräueltat so wohl überlegt verschleiert und dass die Identifizierung des Opfers so grauenvoll erschwert wurde. „So ein Manipulationspotenzial passt ins Krankheitsbild“, attestiert der Arzt der Patientin Raffinesse: Immerhin konnte die geisteskranke Mutter vorgaukeln, ihre Tochter sei auf Weltreise, damit ihr ähnlich geliebter wie gehasster Ex-Ehemann keinen Verdacht schöpfen konnte.

 

 

Foto: Joachim Maislinger

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