Do, 19. April 2018

Noch mehr Speicher

18.04.2006 13:33

Externe Festplatten: Darauf solltest du achten

Ob im Supermarkt oder im Fachhandel: Externe Festplatten gibt es mittlerweile an jeder Ecke zu kaufen. Kein Wunder, entpuppen sich Fotos, Musik oder Videos doch als wahre Speicherfresser, die die Festplatte schnell überquellen lassen. Eine externe Festplatte kann hier Abhilfe leisten. Krone.at verrät dir, worauf du beim Kauf achten solltest.

MP3-Sammlungen, hochauflösende Schnappschüsse oder Videoclips lassen eine Festplatte schnell auf beachtliche Größe anschwellen. Mit einer externen Festplatte können Notebook und Desktop-PC schnell um zusätzlichen Speicher erweitert werden. Und das vor allem ohne komplizierten Einbau. Zudem lassen sich wichtige Daten mit wenigen Klicks auslagern und sichern.

Ein weiterer Vorteil: Externe Festplatten können bequem mitgenommen werden. Der rasche Datenaustausch mit Freunden ist so kein Problem mehr. Dennoch gibt es Dinge, die man beim Kauf unbedingt beachten sollte.

Die grundlegendste aller Fragen
"Was möchte ich damit machen?" - diese Frage sollte man sich prinzipiell vor jeder Anschaffung stellen. Möchte man beispielsweise große Datenmengen sichern, dann sollte man auch auf eine große Festplatte zurückgreifen. Notebook-Besitzer hingegen möchten mobil sein und möglichst auch bleiben. Ein sperriges und Strom fressendes Gerät wäre in diesem Fall wenig förderlich. Wer hingegen nur gelegentlich Daten zwischen zwei Geräten (zum Beispiel Desktop-PC und Notebook) oder mit Freunden austauschen möchte und zudem lediglich sehr kleine Datenmengen abspeichert, der ist mit einem USB-Stick vielleicht besser beraten. Diese gibt es immerhin auch schon mit bis zu acht Gigabyte Speicher.

Size does matter: Eine Frage der Größe
Festplatten gibt es überwiegend in drei Größen: 3,5 Zoll, 2,5 Zoll und 1,8 Zoll. Die großen 3,5-Zoll-Geräte fassen mittlerweile bis zu 500 Gigabyte, während die kleineren 2,5-Zoll-Geräte immer noch bis 160 Gigabyte Speicherplatz bieten. Besitzer einer 1,8-Zoll-Festplatte müssen sich mit bis zu 80 Gigabyte Speicher zufrieden geben - immer noch eine stolze Menge.

Während die großen Geräte den meisten Speicherplatz bieten und auch häufig die schnellsten Datenübertragungsraten aufweisen, so bringen sie auch am meisten Gewicht auf die Waage und verbrauchen viel Strom. Viel Strom bedeutet hingegen meist ein zusätzliches Netzteil. Da es in der Wildnis nur selten Steckdosen gibt, eignen sich diese Geräte nur bedingt für Notebook-Besitzer.

Auch die nächstkleineren Modelle sind oftmals auf externe Stromquellen angewiesen. Erst die 1,8-Zoll kleinen Geräte kommen meist ohne zusätzliches Netzteil aus, beziehen sie ihren Saft doch über USB- oder Firewire-Verbindungskabel. Diese Modelle lassen sich zwar bequem in jeder Tasche verstauen, sind aber im Vergleich zu den großen Geräten auch sehr teuer. Zum Vergleich: Eine 60 Gigabyte große 1,8-Zoll-Platte des Herstellers Iomega kostet bei Amazon 209 Euro, eine 200 Gigabyte große Platte des selben Herstellers jedoch nur 137 Euro.

Hitzetod und Lärmbelästigung
Mit wachsender Größe der Festplatte gehen auch eine zunehmende Hitzeentwicklung und Lärm einher. Schließlich wollen große Festplatten gut gekühlt werden. Das Surren des Lüfters und das wohlig warme Gefühl auf den Oberschenkeln können beim Arbeiten schnell störend wirken. Hier sind kleine Platten von Vorteil: Aufgrund ihrer Größe kommen sie ohne Lüfter aus, sind dadurch leiser und werden nicht so schnell heiß.

Anschluss verpasst: USB oder Firewire?
USB und Firewire (auch IEEE 1394a) buhlen derzeit um die Gunst der Kunden. Dabei bringt jeder Standard sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Die Unterschiede bei den Datenraten zwischen USB 2.0 (480 MBit/s) und IEEE 1394a (400 MBit/s) sind kaum der Rede wert.

Mit Firewire-800 (IEEE 1394b), dem neuesten Firewire-Standard, sind jedoch Übertragungen von bis zu 800 MBit/s möglich - und das bei einer maximalen Leitungslänge von bis zu 100 Metern. Dafür sind allerdings neue Steckverbindungen von Nöten, wo hingegen USB 2.0 auch zum alten USB 1.0 voll kompatibel und überdies leichter zu handhaben ist.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der greift auf eine externe Festplatte mit beiden Standards - sowohl USB als auch Firewire - zurück. Da bei externen Geräten die Daten meist langsamer fließen als bei internen Festplatten, sollten Geschwindigkeitsfanatiker nach Firewire-800 Ausschau halten. Der PC sollte dann freilich ebenfalls über einen Firewire-Anschluss verfügen. PCI-Karten zum Nachrüsten gibt es bereits für wenig Geld.

Alles dreht sich: Die Umdrehungen
Was dem Techno-Junkie seine Bpm sind, das sind für Festplatten-Freaks die Rpm. Die Rede ist von der Umdrehungsgeschwindigkeit pro Minute. Je höher die Umdrehungsgeschwindigkeit, desto schneller ist die Datenübertragungsrate und die Zugriffszeit. Bei einem Großteil der Festplatten-Modelle liegt die Umdrehungsgeschwindigkeit bei 7.200 rpm oder 5.400 rpm. Von Festplatten mit Geschwindigkeiten unter diesem Wert ist abzuraten.

Für besonders Eilige gibt es auch noch externe Geräte mit 10.000 rpm. Die höhere Drehzahl bedeutet aber meist auch mehr Lautstärke, größere Hitzeentwicklung und zusätzliche Kosten.

Noch ein paar Worte zur Zugriffszeit: Je kürzer, umso besser. Bei modernen Festplatten sollte die Zugriffszeit zwischen fünf und zehn Millisekunden liegen.

Cache auf die Hand
Der Cache ist ein Hochgeschwindigkeitsspeicher, welcher häufig benötigte Daten zwischen Prozessor und Festplatte puffert und so schnellere Zugriffe ermöglicht. Cache wird immer dann benötigt, wenn die Festplatte viel auf sich selbst arbeitet. In solchen Fällen kann ein Cache von acht Megabyte nützlich sein. Wer die externe Festplatte jedoch überwiegend zum Auslagern und Sichern von Daten nutzt, der kommt mit zwei Megabyte Cache bestens zurecht.

Und nun? Das Fazit!
Jedes Extra kostet Geld, doch auf vieles kann im normalen Gebrauch gut und gerne verzichtet werden. Nur die wenigsten Anwender benötigen 500 GB Speicher oder 10.000 rpm. Stimme die Größe der Festplatte mit deinen persönlichen Bedürfnissen ab und kaufe wenn möglich ein Gerät mit beiden Anschlüssen - USB und Firewire. Dann bist du auf der sicheren Seite.

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