Mo, 20. November 2017

Wurde fast Serbe

19.06.2015 07:23

Goldi zur Causa Fenninger: „Bei mir wars 4 vor 12“

Herbst 1997: Skisprung-Hero Andi Goldberger steht nach halbjähriger Sperre in Folge der "Kokain-Affäre" vor dem Absprung von Österreich. Er ist gewillt, die Nation zu wechseln und die jugoslawische Staatsbürgerschaft anzunehmen. "Es war damals 4 vor 12", sagt er 18 Jahre später im krone.tv-Interview (siehe Video oben). In die Lage von Anna Fenninger kann er sich dieser Tage nur allzu gut hineinversetzen.

Anna Fenninger und der mittlerweile (vorerst) beigelegte Zwist mit dem ÖSV lässt Journalisten in ganz Österreich seit Tagen hyperventilieren. "Es geht nicht, dass das System des österreichischen Skiverbandes unterwandert wird", stellte Boss Peter Schröcksnadel bei der viel beachteten Pressekonferenz im Wiener Mariott-Hotel klar. Der "Ski-Napoleon" ging im Machtkampf mit Fenninger-Manager Klaus Kärcher als klarer Sieger hervor. "Ich glaube, dass Anna langsam versteht, dass sie schlecht beraten wurde", so Schröcksnadel.

Wie "Krone"-Sportchef Robert Sommer den ausgerufenen Frieden zwischen Fenninger und dem ÖSV analysiert, sehen Sie hier:

"Froh, dass es nicht so weit kam"
Fenninger ist nicht die erste Athletin, deren Verhältnis zum ÖSV an der Kippe stand. "Meine Situation war ähnlich", erinnert sich Andi Goldberger im Gespräch mit krone.tv: "Bei mir war's schon 4 vor 12." Heißt: 1997 war Goldi draf und dran, "Jugoslawe" zu werden, um Auffassungsunterschieden mit dem ÖSV dauerhaft aus dem Weg zu gehen. Der Verband hatte ihn nach der Kokain-Affäre für ein Jahr gesperrt. Goldis Weg zurück auf die Schanze war mühsam und sollte über die serbische Staatsbürgerschaft führen - was einen Verlust der österreichischen impliziert hätte. "Es war wirklich knapp damals", erinnert sich der immer junge Schanzen-Floh, "aber ich bin heute wirklich sehr, sehr froh, dass es nicht so weit gekommen ist".

"Verhandlungen mit Schröcksnadel sind nicht schwierig"
Wie schwierig Verhandlungen mit ÖSV-Boss Schröcksnadel sind? "Gar nicht", schmunzelt Goldi: "Der Peter sagt dir immer klipp und klar die Meinung und du weißt sofort, woran du bist. So war's auch damals."

"Immer auf Kosten des Athleten"
Entsprechend erkennt Goldberger sich in Anna Fenninger dieser Tage durchaus wieder. Er weiß: "Jede Streiterei, jeder Konflikt kostet enorm viel Energie. Und letztlich geht das alles immer auf Kosten des Athleten", in diesem Fall eben Fenninger. Dass diese sich mit Schröcksnadel (zumindest offiziell) ausgesöhnt hat, stimmt auch Goldi zufrieden - und zuversichtlich. "Das Wichtigste wäre, dass Ruhe einkehrt, die Anna super trainieren kann und wieder großartige Erfolge feiert. Denn dann haben auch wir Fans am meisten davon."

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