Fr, 25. Mai 2018

Wegen EU-Sanktionen

18.06.2015 12:10

Russland hält an Embargo gegen Agrarprodukte fest

Russland reagiert auf die Verlängerung der EU-Wirtschaftssanktionen mit der Aufrechterhaltung der eigenen Gegenmaßnahmen. "Wir werden den Status quo aufrechterhalten", sagte Wirtschaftsminister Alexej Ulujkajew am Donnerstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Damit gilt als sehr wahrscheinlich, dass auch das Embargo gegen Agrarprodukte aus Europa beibehalten wird.

Der Regierungsberater Andrej Belousow warnte zudem, Russland könnte seine Maßnahmen verschärfen, sollte die EU ihre Sanktionen tatsächlich verlängern. Ein Verbandsvertreter der deutschen Wirtschaft warnte vor Verlusten von Marktanteilen in Russland.

Am Mittwoch hatten sich die EU-Staaten darauf verständigt, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis Ende Jänner zu verlängern. Am Montag soll die Entscheidung dann offiziell werden. Die Union hatte mit Einreiseverboten für Politiker und regierungsnahe Manager sowie Handelsbeschränkungen auf die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland reagiert.

"Wird schwer werden, diese Marktanteile zurückzuholen"
Wirtschaftssanktionen seien nicht das richtige Mittel, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, gegenüber dem deutschen Fernsehsender ARD. "Das einzige, was in dieser Situation hilft, ist der Dialog." Die deutsche Wirtschaft verliere Marktanteile in Russland, insbesondere China mache Boden gut. In den ersten Monaten des Jahres sei das Geschäft des Maschinenbaus in Russland um knapp 30 Prozent rückläufig. "Es wird sehr schwer werden, diese Marktanteile wieder zurückzuholen", so Cordes.

Die EU und die USA werfen Russland außerdem vor, die separatistischen Rebellen im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen. Russland weist das zurück und hält dem Westen vor, den Sturz der Russland-freundlichen Vorgängerregierung in Kiew betrieben zu haben. Der Konflikt sollte durch das Minsker Abkommen befriedet werden, allerdings wird der Waffenstillstand immer wieder gebrochen.

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