Do, 24. Mai 2018

Mithilfe des VLT

17.06.2015 15:55

Blick auf die frühesten Sterne des Kosmos gelungen

Ein Forscherteam in Chile hat - zum womöglich ersten Mal - einen Blick auf die frühesten Sterne des Kosmos erhascht. Mit dem Very Large Telescope (VLT) in der Atacama-Wüste entdeckten die Astronomen die hellste bisher beobachtete Galaxie im frühen Universum. Und fanden in ihr deutliche Hinweise auf die bisher nur vermutete Theorie zu Sternen der ersten Generation.

Bisher war die Suche nach der tatsächlichen Existenz dieser Sterne, der sogenannten Population III, ohne Erfolg verlaufen. Sie entstanden laut Europäischer Südsternwarte (ESO) aus der Urmaterie, die vom Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren stammte. Diese massereichen und kurzlebigen Ur-Sterne müssen sich demnach aus den einzigen Elementen gebildet haben, die vor diesen Sternen existierten - nämlich Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium. Alle schwereren Elemente wurden später im Inneren von Sternen gebildet, darunter die für das Leben unentbehrlichen Elemente Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Eisen.

Auf die helle Galaxie mit der Bezeichnung CR7 stießen die Forscher bei Beobachtungen mit dem ESO-Großteleskop VLT in Chile, dem Keck-Observatorium und dem Subaru-Teleskop (beide auf Hawaii) sowie dem Weltraum-Observatorium "Hubble". Mit Instrumenten am VLT fanden die Astronomen in CR7 starke Strahlung von ionisiertem Helium - aber überraschenderweise keine Anzeichen schwerer Elemente in einem hellen Teil der Galaxie.

Erster brauchbarer Hinweis auf Population-III-Sterne
Das bedeutete, dass man den ersten brauchbaren Hinweis auf Haufen von Population-III-Sternen in einer Galaxie im frühen Universum entdeckt habe. Diese Sterne hätten die ersten schweren Atome gebildet, "aufgrund welcher wir letztlich überhaupt existieren", erläutert David Sobral, der das Forscherteam angeführt hat. "Noch aufregender geht es wirklich nicht."

Diese Sterne der Population III wären gewaltig gewesen – mehrere hundert- oder sogar tausendfach massereicher als unsere Sonne. Und glühend heiß und kurzlebig – und wären als Supernovae nach gerade einmal zwei Millionen Jahren explodiert, berichten die Forscher.

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