Sa, 18. November 2017

Blutests an Schule

17.06.2015 07:53

Tirol: 14-jährige Schülerin starb an Tuberkulose

Eine 14-jährige Schülerin ist in Tirol an einer schweren Form der Tuberkulose gestorben. Die Sorge, dass das aus Tschetschenien stammende Mädchen auch ihre Mitschüler in der neuen Mittelschule Hall-Schönegg angesteckt haben könnte, ist laut Ärzten weitgehend unbegründet. Dennoch werden nun Bluttests bei 30 Schülern, Lehrern und Familie durchgeführt.

"Wir tun alles, damit die Eltern keine Angst haben müssen, und vertrauen voll auf die Ärzte", reagierte Schuldirektor Kurt Angerer auf die Besorgnis nach diesem Fall, der Ende Mai so tragisch endete.

Wie bemerkt man Tuberkulose? "Normalerweise betrifft sie die Lunge. Symptome sind Niesen und Husten, wodurch auch die Ansteckungsgefahr hoch ist", erklärt Arzt Alexander Fassl vom Gesundheitsamt der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land. Bei der 14-Jährigen aus Tschetschenien - die Familie wohnt seit etwa zehn Jahren in Tirol - war dies anders: "Es handelt sich um eine Miliar-Tuberkulose, eine seltene und schwere Form. Aufgrund der untypischen Symptome wie Kopfschmerzen und Schwäche wurde die Krankheit zunächst nicht erkannt", sagt der Arzt.

"Alle sind besonnen"
Die 14-Jährige wurde in die Kinderklinik eingeliefert und verstarb dort. An der Schule war eine Ansteckungsgefahr nicht auszuschließen - "aber wir reden nicht von Masern oder Windpocken, das Ansteckungsrisiko ist wesentlich geringer", erklärt Fassl. Die Eltern der Klassenkameraden und die Lehrer wurden informiert. "Natürlich gibt es Sorgen, aber alle sind besonnen", sagt Fassl.

Die Maßnahmen: Mitschüler, Lehrer und die Familie des Mädchens - rund 30 Personen - mussten sich einem Bluttest unterziehen, die Erwachsenen auch einem (Lungen-)Röntgen. Fassl: "Die ersten 20 Befunde waren unauffällig, auf den Rest warten wir noch. In zwölf Wochen muss ein weiterer Bluttest gemacht werden, derzeit sieht es gut aus."

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