Mi, 23. Mai 2018

Nach Russland-Pleite

15.06.2015 17:50

"Hat Capello Anstand, nimmt er von selbst den Hut"

Die Tage von Fabio Capello als russischer Teamchef sind gezählt. Immer mehr fordern die Entlassung des Italieners, nach dem 0:1 gegen Österreich meldete sich Vyacheslav Koloskov, der Ehrenpräsident des russischen Fußballverbandes, zu Wort: "Capello muss gehen. Hat er Anstand, nimmt er von selbst den Hut!"

Sportminister Witali Mutko hatte erklärt, "dass das Spiel gegen Österreich von entscheidender Bedeutung für die Zukunft von Capello ist". Am "Tag danach" fiel die Kritik in den russischen Medien vernichtend aus. Von einer "demütigenden Niederlage" war zu lesen, die Mannschaft habe nichts gezeigt, keinen Willen, keine Leidenschaft, keine fußballerischen Fähigkeiten. Und auch wenn "Don Fabio", wie die Journalisten den Startrainer nennen, wenig dafür kann, dass die Herren Kicker in der heimischen Meisterschaft zu wenig gefordert werden, sie mit gigantischen Gehältern befriedigt werden – am Ende ist immer der Trainer schuld.

Weg mit ihm, koste es, was es wolle!
Unter Capello, darin sind sich alle einig, fährt Russlands Team in eine Sackgasse. Daher gibt es nur eine Möglichkeit: Weg mit ihm, koste es, was es wolle! Kann teuer werden, rund zehn Millionen Euro Abfertigung sollen Capello zustehen.

Der bleibt cool: "Rücktritt? Ich habe kein Problem, mit meinem Arbeitgeber darüber zu sprechen, bin bereit zu hören, was man mir zu sagen hat. Ich sage nur so viel: Ich habe acht Monate für diesen Verband gearbeitet, ohne bezahlt worden zu sein, jetzt schuldet mir der Verband schon wieder die letzten zwei Monatsgehälter. Aber ich will arbeiten, hier etwas bewegen. Wenn ich nur an Geld interessiert wäre, hätte ich mich schon längst an die FIFA wenden können – aber ich tat es nicht aus Respekt vor Russland und dem Verband."

Matte Bilanz
Der Italiener Capello ist seit 2012 Nationaltrainer von Russland und sollte das Team nach einer Vertragsverlängerung auch zur Heim-WM 2018 führen. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben die Russen lediglich gegen Liechtenstein gewonnen. Der Auswärtssieg gegen Montenegro war Russland nach dem wegen Ausschreitungen in Podgorica Mitte der zweiten Hälfte beim Stande von 0:0 abgebrochenen Spiel am grünen Tisch zuerkannt worden.

Nach sechs Spielen halten die Russen in der Gruppe G als Dritter nur bei acht Punkten. Österreich ist mit 16 Zählern Tabellenführer vor den Schweden (12), die am 5. September in Moskau nächster Gegner der "Sbornaja" sind.

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