Sa, 18. November 2017

Causa Telekom

13.06.2015 11:31

Justiz: Mensdorff erbrachte gar keine Leistungen

Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly vor, für die der Telekom Austria 2008 verrechneten Honorare über insgesamt 1,1 Millionen Euro nichts geleistet zu haben. Weder soll Mensdorff-Pouilly die Telekom - wie von ihm behauptet - in Zusammenhang mit möglichen Akquisitionen in Osteuropa beraten haben, noch soll er, wie immer wieder vermutet, im Zusammenhang mit dem Tetron-Auftrag des Innenministeriums 2004 tätig geworden sein.

"Nach umfangreichen Ermittlungen ist eine Leistungserbringung von Alfons Mensdorff-Pouilly für den Telekom-Konzern im Rahmen des Projekts 'Tetron' auszuschließen", heißt es in der Anklageschrift. Auch darüber hinaus habe er "keine wirtschaftlich werthaltigen Leistungen an die Telekom" erbracht, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Mit Geld Anwälte in Großbritannien bezahlt
Laut dem Sachverständigen der Staatsanwaltschaft, Matthias Kopetzky, verwendete Mensdorff-Pouilly die Zuwendungen der teilstaatlichen Telekom - mittelbar also Steuergelder - auch dazu, um Rechtsanwälte in Großbritannien zu bezahlen. Und zwar "in inhaltlichem Zusammenhang mit den gegen Mensdorff-Pouilly anhängigen Ermittlungen im Zusammenhang mit BAE".

Mensdorff-Pouilly muss sich ab 24. Juni gemeinsam mit dem ehemaligen Telekom-Manager Rudolf Fischer vor Gericht verantworten. Fischer werden Untreue und falsche Beweisaussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss 2012 angelastet, Mensdorff-Pouilly die Beitragstäterschaft zur Untreue. Die beiden Beschuldigten bestritten die Vorwürfe stets.

Berichten zufolge haben die beteiligten Unternehmen im Zusammenhang mit dem Blaulichtfunk-Projekt Tetron 4,4 Millionen Euro an Mensdorff-Pouilly gezahlt, der Jagdausflüge mit Mitarbeitern des damalige Innenministers Ernst Strasser organisierte. Von der Summe kamen 1,1 Mllionen von der Telekom.

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