So, 17. Dezember 2017

Schlag vorbereitet

12.06.2015 23:14

Blaues Gemetzel in Salzburg geht weiter

FPÖ-Urgestein Karl Schnell will seine politische Hinrichtung durch Bundesobmann HC Strache keinesfalls hinnehmen: "Es soll mir einer einmal erklären, was das mit Spielregeln zu tun hat, wenn ich in der Landesleitung 21 Stimmen für mich und acht gegen mich habe und Strache mich trotzdem absetzt."

Die Schnell-Getreuen planen bereits den nächsten Schritt, sie wollen so rasch wie möglich eine Vollversammlung des Landespartei-Vorstandes. Dabei sollen Ernst Rothenwänder, Herbert Trattnig, Rosemarie Blattl, Lukas Essl, Roland Zehner, Daniel Sitter, Nationalrat Gerhard Schmid, Bundesrat Dietmar Schmittner und Kevin Entfellner aus dem Pongau den von Strache installierten geschäftsführenden Landesparteiobmann Andreas Schöppl stürzen. Als Schnell-Kandidat für diesen Posten gilt Lukas Essl. Auch die kolportierte Ablösung der Landtagabgeordneten Rosemarie Blattl als Finanzreferentin der Partei sei statutenmäßig nur durch die gewählten Organe der Landespartei möglich, so Schnell, keinesfalls durch die Wiener Bundespartei. Als weiterer Schachzug Schnells ist die Ablöse von Blattl im Landtag durch den Pinzgauer Markus Steiner im Gespräch: "Aus Wien versucht man, meine Leute mit Posten zu ködern", so Karl Schnell, "doch das wird ihnen nicht gelingen."

Schöppl steigt wegen dieser Gerüchte auf die Barrikaden: "Es ist nicht wahr, dass ich Blattl als Finanzreferentin abgesetzt habe. Niemand ist seiner Funktion enthoben." Im Gegenteil: "Ich will abwarten, wie die Mandatare reagieren. Aber die Parteifinanzen habe ich sichergestellt, damit wir liquide bleiben. Frau Blattl hat als Finanzreferentin keinen Zugriff mehr, ihre Unterschrift wurde bei der Bank gelöscht." Die Maßnahme gilt nicht für das Klubkonto, auf das Schöppl keinen Zugriff hat. Offen ist auch, wie es im Landtag weitergeht, wo als einzige Abgeordnete Marlies Steiner-Wieser fix auf Straches Seite steht – die übrigen gelten als Schnells Gefolgsleute. Sie dürfte am Montag aus dem Landtagsklub fliegen.

Zwischen den Fronten einige Mitarbeiter, die direkt von der Partei ihr Gehalt bekommen wie etwa Schmittner und Klub-Sprecher Mario Apriessnig. Sie alle sind Klubchef und Parteiobmann verpflichtet – also Schnell und Schöppl zugleich. Bei einer möglichen Kündigung durch die Partei wird das juristisch ein heikler Fall… Gespielt wird intern auch mit Gerüchten. Schnell deutete an, dass Ex-BZÖ- und -Team-Stronach-Nationalrat Erich Tadler in die FP zurückkehren könnte, "vielleicht auch Helmut Naderer?", fragte er ätzend. Ein wütendes Dementi von Schöppl folgte: "Ehemalige BZÖ-Politiker werden wir nie in die FPÖ zurückkehren lassen."

Zusage aus dem Pongau um 7.30 Uhr in der Früh
Seit Freitag ist auch klar, wer die FP im Pongau nach Dopplers Ausschluss leitet: "Der St. Johanner Vizebürgermeister Willibald Resch hat mir um 7.30 Uhr zugesagt", berichtete Schöppl erfreut. Der 49-jährige Resch, bisher dritter Vize-Obmann im Bezirk, bestätigte der "Krone": "Ich übernehme das bis zur Bezirksleitungs-Sitzung. Jetzt müssen wir schauen, dass Ruhe hineinkommt", ist der Sanitäter überzeugt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden