So, 18. Februar 2018

Kurpfuscherei:

12.06.2015 16:54

Zahnärztin war eigentlich nur Assistentin

Wegen Kurpfuscherei und gewerbsmäßig schwerem Betrug ermittelt das Landeskriminalamt gegen eine Zahnarztassistentin. Die 33-Jährige soll an Patienten, darunter auch Kinder, kieferorthopädische Behandlungen durchgeführt haben - ohne dafür ausgebildet zu sein. Außerdem ließ die falsche Ärztin ominöse ausländische "Kollegen" einfliegen, die unsachgemäß Implantate setzten.

Es gilt die Unschuldsvermutung, doch es hört sich nach einem riesigen Skandal an. Mit Dumpingpreisen soll die 33-Jährige Patienten in ihre "Praxis" gelockt haben. Dort führte sie über Jahre kieferorthopädische Behandlungen durch - ohne berufliche Qualifikation.

Doch wenn die Patienten sie mit "Frau Doktor" ansprachen, hat sie sie nie auf den "Irrtum" hingewiesen. Sogar ihre Assistentinnen haben geglaubt, dass sie das, was sie tut, gelernt hätte.

Auf ihrer Internetseite wirbt die 33-Jährige mit klingenden Medizinernamen - doch keiner dieser Zahnärzte soll in ihrem Unternehmen tätig sein. Zumindest nicht mehr. Doch sie dürfte deren Namen für die Krankenkasse benützt haben, um Rechnungen für die Kostenrückerstattungen zu stellen. Außerdem hätte sich die falsche Ärztin viel schwarz auszahlen lassen.

Zwei Patienten hatten den Stein ins Rollen gebracht. Eine Mutter, weil ihrem Sohn die Zahnspange, die die "Ärztin" ihm angepasst hatte, massive Probleme - verbunden mit Schmerzen - bereitete. Bei einem anderen Patient kam es nach einer Implantation zu einer Kieferdeformation. Die Steirerin soll ominöse Ärzte - etwa aus Israel - einfliegen lassen haben, die unsachgemäß Implantate setzten. Die umfangreichen Ermittlungen stehen erst am Anfang.

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