Mi, 21. Februar 2018

Airlines prüfen

11.06.2015 13:39

Luftfahrtverband will Handgepäck "schrumpfen"

Flugpassagiere müssen sich beim Handgepäck voraussichtlich bald einschränken. Der Weltluftfahrtverband IATA hat seine Empfehlung zu den Abmessungen der in der Kabine erlaubten Gepäckstücke deutlich reduziert. Nach den nicht verbindlichen Vorgaben würde das maximale Volumen der Kabinenkoffer um rund 38 Prozent sinken.

Nach den in Miami vorgestellten neuen IATA-Empfehlungen dürften Kabinenkoffer künftig außen nur noch 55x35x20 Zentimeter messen, statt bisher 55x45x25 Zentimeter. Vorerst hätten rund 50 Fluggesellschaften Interesse gezeigt, sagte der IATA-Vertreter Tom Windmuller. Etwa ein Dutzend der großen Gesellschaften inklusive Lufthansa, Emirates und Qatar hätten schon signalisiert, das mit der Reform verbundene neue IATA-Level zu akzeptieren.

Lufthansa und Germanwings haben noch nicht entschieden
Die großen deutschen Airlines Lufthansa und Germanwings haben nach eigenen Angaben vom Donnerstag hingegen noch nicht entschieden, ob sie die IATA-Empfehlungen umsetzen werden. Bisher folgen beide auch den alten Vorgaben nicht, sondern verlangen etwas kleineres Handgepäck mit den Höchstmaßen von 55x40x23 Zentimeter. Zusätzlich zu einem Kabinenkoffer akzeptieren beide in der einfachsten Klasse pro Passagier eine Hand- oder Laptoptasche.

AUA prüft Umsetzung
Bei Austrian Airlines hieß es am Donnerstag, eine Initiative der IATA für branchenweit standardisierte Größen sei sinnvoll und nicht zuletzt auch im Interesse der Kunden, die auf Flugreisen umsteigen, und daher grundsätzlich begrüßenswert. "Die Umsetzung wird geprüft, bisher ist aber keine Änderung geplant", sagte ein Sprecher. Derzeit erlauben die AUA wie der Mutterkonzern Lufthansa Handgepäck mit maximal 55x40x23 Zentimeter.

"IATA Cabin OK"-Logo bereits vorgestellt
Während also noch unklar ist, ob sich der IATA-Vorschlag durchsetzen wird, hat der Verband schon ein "IATA Cabin OK"-Logo vorgestellt, das Gepäckstücke zieren soll, die den neuen Empfehlungen entsprechen. Nach Gesprächen mit mehreren großen Herstellern sei davon auszugehen, dass Kabinenkoffer mit dem neuen Logo noch im Lauf des Jahres auf den Markt kommen werden, ist auf der Homepage zu lesen. Der Weltluftfahrtverband vertritt rund 260 Airlines weltweit, die etwa 83 Prozent des globalen Luftverkehrs abwickeln.

Trend zu Tickets ohne Freigepäck
Das Platzproblem in den Kabinen dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, weil immer mehr Gesellschaften dazu übergehen, für aufzugebende Gepäckstücke extra zu kassieren. Air Berlin verkauft seit Mai Tickets ohne Freigepäck. Die Lufthansa will ihren entsprechenden Light-Tarif im Oktober einführen, die AUA starten im Herbst einen Pilotversuch zu neuen Tarifstrukturen.

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