Mo, 22. Jänner 2018

Blutiges Ritual

14.04.2006 18:10

Philippiner lässt sich zum 20. Mal kreuzigen

Für ihren Glauben durchleben sie sogar das Martyrium Jesu aus der Bibel: Zum Abschluss der Karfreitagsprozession haben sich sieben Bewohner eines philippinischen Dorfes ans Kreuz nageln lassen. Weitere Freiwilllige sollen folgen. Das Ritual lockt jedes Jahr tausende Schaulustige in das Dorf San Pedro Cutud nördlich der Hauptstadt Manila. Einer der "Gekreuzigten" durchlebte die Tortour schon zum 20. Mal!

Bloß die offiziellen Glaubenshüter sind mit den philippinischen Praktiken nicht so ganz einverstanden: Die katholische Kirche hat die Kreuzigungen nämlich wiederholt verurteilt.

Sie gingen ebenso wie das auf Teilen der Philippinen praktizierte Auspeitschen in der Karwoche auf heidnische Traditionen zurück, sagte ein Sprecher der philippinischen Bischofskonferenz.

Teilnehmer hängt schon zum 20. Mal am Kreuz!
Das blutige Schauspiel erfreut sich dennoch wachsender Beliebtheit, dieses Jahr versammelten sich rund 15.000 Zuschauer in San Pedro Cutud. Einer der Teilnehmer, Ruben Enaje (Foto), ließ sich mit dem diesjährigen Karfreitag schon zum 20. Mal ans Kreuz nageln!

Nach eigenen Angaben will er Gott seinen Dank dafür bezeugen, dass er einst als Bauarbeiter den Sturz von einem Gebäude überlebte. Die zehn Zentimeter langen Nägel werden zuvor in Alkohol getränkt, um eine Infektion zu verhindern.

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