So, 22. Oktober 2017

Helfer tun Gutes

19.06.2015 08:00

Zu Besuch bei den Streunerkatzen in Wien

Sie leben in fremden Gärten, Baugebieten oder Kleingartenanlagen, sind scheu, wild und herrenlos: Streunerkatzen sind längst kein südeuropäisches Phänomen mehr. Auch in Wien steigt die Population stetig an. "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner traf eine engagierte Tierfreundin, die sich seit Jahren ehrenamtlich um die streunenden Stubentiger kümmert.

Zweimal täglich an sieben Tagen in der Woche spaziert Gisela Haider durch die Stadtwildnis Erdberg in Wien-Landstraße, um herrenlose Streunerkatzen mit Futter und Wasser zu versorgen. Schafft sie es, Tiere einzufangen, bringt sie diese für Kastration und medizinische Versorgung zum Tierarzt. Bereits 1967, gleich nachdem sie gegenüber des Grüngebietes einzog, hat sie sich die Versorgung der Streunerkatzen zur Aufgabe gemacht. In all den Jahren war sie nur einmal im Urlaub - "Ich muss ja meine Katzen füttern", sagt sie mit fester Stimme.

Ehrenamtliche Katzenpfleger in ganz Wien
Freiwillige Helfer wie Gisela Haider sind den Tierschützern wichtige Verbündete im Kampf gegen das Leid der Streunerkatzen. Mehrere Tausend herrenlose Stubentiger streunen durch die Hauptstadt - in erster Linie durch die Randbezirke. Viele von ihnen sind krank, haben Parasiten, niemand kümmert sich um sie. Genau aus diesem Grund zielt ein gemeinsames Projekt der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und der Stadt Wien darauf ab, so viele von ihnen wie möglich zu kastrieren und damit die Anzahl der Streuner dauerhaft zu verringern.

Kastrationsprojekte und "Katzenhotels"
Dafür wurden die Tierschutz-Experten von der Stadt Wien mit einem "Streunerkatzen-Mobil" ausgestattet, mit dem sie die Tiere zu Tierärzten und im Anschluss an die Versorgung wieder in ihr Revier bringen. Da man die Tiere nicht mehr an Wohnungshaltung gewöhnen kann, werden sie nach der Kastration wieder in ihrem Revier freigelassen. Für die kalten Wintermonate hat Tierschutzstadträtin Ulli Sima gemeinsam mit der Tierschutzombudsstelle eigene "Katzenhotels" bauen lassen, wo die Tiere bei kalten Temperaturen Unterschlupf finden.

"Krone Tierecke" unterstützt Katzenfreundin
Ein paar davon stehen auch in der Stadtwildnis Erdberg - Gisela Haider befüllt sie immer wieder liebevoll mit Stroh. Das Futter, darunter auch Faschiertes und Hühnerfleisch, bezahlt sie aus eigener Tasche: "Manchmal steckt mir jemand zehn Euro zu, dann freue ich mich immer sehr. Auch von den 'Vier Pfoten' erhalte ich Futterspenden." "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner ist vom Engagement der rüstigen Katzenfreundin beeindruckt: "Uns liegen das Wohl der Streunerkatzen und die Lösung der Problematik sehr am Herzen. Wir unterstützen seit Jahren Projekte zum Thema, egal ob von Vereinen oder Privatpersonen."

"Krone"-Leser protestierten gegen Gesetzesentwurf
Elisabeth Penz von den "Vier Pfoten" appelliert an alle Katzenhalter: "Befolgen Sie die Kastrationspflicht und verhindern Sie Tierleid!". Neben freiwilligen Helfern wie Frau Haider unterstützen auch zahlreiche "Krone"-Leser die Tierschutzorgansation. Penz: "Im Zuge eines neuen Gesetzesentwurf der EU-Kommission sollten Heimtiere wie Katzen künftig als Wildttiere gelten, wenn sie offiziell niemandem gehören. Mehr als 30.000 Menschen nahmen am Online-Protest im Februar teil - rund 30.000 Mails wurden versandt. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken."

Die Tierschützer bitten all jene Wiener, die Streunerkatzen-Standorte melden möchten, die eigens dafür eingerichtete "Streunerkatzen-Hotline" 0664 45 22 430 anzurufen. Die Hotline ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr besetzt. Außerdem kann man sich per E-Mail unter streunerkatzen@vier-pfoten.org an die Projektmitarbeiter der "Vier Pfoten" wenden.

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