Sa, 26. Mai 2018

Angespannte Lage

06.06.2015 17:40

Bayern: Erste Auseinandersetzungen vor G7-Gipfel

Nur vier Kilometer von unserer Grenze entfernt beginnt am Sonntag in Bayern das Gipfeltreffen der führenden sieben Industrienationen. Bereits am Samstag kam es in Garmisch-Partenkirchen zu einer ersten größeren Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Polizisten. Es gab mindestens zwei Verletzte. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 3.600 Menschen an dem Demonstrationszug der G7-Gipfelgegner, nach Angaben des Protestbündnisses "Stop G7 Elmau" waren es 5.000 Teilnehmer.

G7-Kritiker zündeten nach Angaben eines Polizeisprechers am Samstag am vorgesehenen Wendepunkt des Demonstrationszugs in Garmisch-Partenkirchen eine Nebelrakete und versuchten, eine Protestaktion zu starten. Die mit einem umfangreichen Aufgebot anwesende Polizei ging allerdings sofort dazwischen und beendete die Aktion, dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz.

Aus dem Demonstrationszug heraus wurden zudem laut Polizei Rauchbomben geworfen. Auf Twitter schrieb die bayerische Exekutive: "Feuerlöschpulver auf Polizisten sprühen und Flaschenwerfen ist NICHT friedlich und GEHT GAR NICHT." Das Aktionsbündnis "Stop G7" sprach von Attacken der Polizei und einer Festnahme.

Ein Polizist wurde am Auge verletzt - es sei aber noch unklar, wodurch, sagte ein Polizeisprecher. Zudem wurde auch mindestens eine Demonstrantin verletzt. Den Einsatz von Schlagstöcken bestätigte die Polizei zunächst hingegen nicht - das hatten die Gipfelgegner den Beamten vorgeworfen.

Aus Sorge vor möglichen Krawallen werden die G7-Proteste von Tausenden Polizisten begleitet. Einige Anrainer versperrten ihre Hauseingänge. An einzelnen Gebäuden waren Fenster mit Holzplatten verbarrikadiert. Im Grenzgebiet unterstützen 2.100 Österreicher 20.000 deutsche Polizisten, um die Sicherheit der Staatsgäste zu garantieren. In der Luft patrouillieren unsere Eurofighter. Auch Österreichs Eliteeinheit Cobra wird rund um das Tagungsschloss in Elmau im Einsatz stehen.

So wohnen die Staats- und Regierungschefs im Schloss Elmau
300 Millionen Euro verschlingt der G7-Gipfel, der auf Einladung von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel im Schloss Elmau, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, stattfindet - mit Dampfbad, Sauna, Innen- und Außen-Pool, gediegenen Aufenthalts- und Schlafräumen in einem Naturschutzgebiet in totaler Abgeschiedenheit.

Das Fünfeinhalb-Sterne-Hotel, in dem die G7-Runde - neben Merkel US-Präsident Barack Obama, Briten-Premier David Cameron, Frankreichs Präsident Francois Hollande sowie die Regierungschefs von Kanada, Italien und Japan, Stephen Harper, Matteo Renzi und Shinzo Abe - tagt, hat jedenfalls einiges zu bieten.

Für die An- und Abreise wurden - gegen den Protest von Naturschützern - eigens Hubschrauberlandeplätze angelegt. Viele sehen den Aufwand kritisch, Merkel ist er wichtig. Nur in solcher Abgeschiedenheit könnten die Staats- und Regierungschefs ungezwungen miteinander reden.

Auf G7-Runde folgt Bilderberger-Treffen
Den österreichischen Beamten ist indes auch nach dem Ende des G7-Treffens keine Atempause vergönnt. Denn nur drei Tage nach dem Gipfel geht im Tiroler Telfs das Bilderberger-Treffen über die Bühne. Bei diesem größten Privat-Geheimtreff der Welt werden im Nobelhotel Interalpen 140 hochrangigste Vertreter aus Politik, Hochfinanz, Weltwirtschaft, Adel, Geheimdiensten und Militär erwartet.

Deshalb geht die Polizei von einem Demonstranten-Tourismus aus. Von steirischen Uniformierten unterstützte Tiroler Polizeikräfte sollen primär den Grenzraum zu Bayern sichern. Deutsche Sicherheitskräfte haben sogar schon einige Almhütten in Kommandozentralen umgerüstet, um das Einsickern bzw. die unkontrollierte Wanderbewegung gewaltbereiter Gegner zu verhindern.

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