Fr, 24. November 2017

Teurer Link

05.06.2015 12:31

Konsumentenschutz warnt vor WhatsApp-Abzockern

Deutsche Verbraucherschützer haben vor Abo-Fallen beim Messenger-Dienst WhatsApp gewarnt. Nutzer erhalten derzeit in dem Messenger Nachrichten, die neue WhatsApp-Funktionen versprechen und zum Anklicken eines Links einladen, wie die Verbraucherzentrale Sachsen mitteilte. Doch der Link kann teuer werden.

"Wer diesen Link anklickt, findet auf seiner nächsten Telefonrechnung zum Preis von 4,99 Euro pro Woche ein Abo bei einem Drittanbieter", erklärte Verbraucherexpertin Katja Henschler. Betroffene sollten nicht zahlen und eine Drittanbietersperre einrichten.

Abzocker nutzen WAP-Billing aus
Für den Drittanbieter ist es nach Angaben der Verbraucherzentrale ein Kinderspiel, an die Daten der Nutzer zu gelangen und seine Forderungen auf deren Mobilfunkrechnung zu platzieren. "Das funktioniert über das sogenannte WAP-Billing, ein Bezahlsystem für mobile Endgeräte", erklärte Henschler.

Dieses System ermöglicht es bei mobiler Internetverbindung, dass die Mobilfunknummer des Nutzers an den Anbieter übermittelt wird. Der Drittanbieter unterstellt, dass mit dem Anklicken des Links ein Abo-Vertrag geschlossen wurde, und macht seine Forderung geltend. Einer weiteren Verifizierung über eine TAN- oder PIN-Nummer bedarf es bei diesem Bezahlverfahren nicht.

Drittanbietersperre schützt vor Forderungen
"Anbieter haben auf diese Weise ein unglaublich leichtes Spiel, Nutzern eine Geldforderung unterzuschieben", kritisierte Henschler. Sie empfiehlt Verbrauchern, sowohl bei ihrem Mobilfunkanbieter als auch beim Drittanbieter der Forderung zu widersprechen und den Betrag keinesfalls zu zahlen. Wird die Rechnung im Lastschriftverfahren eingezogen, kann man das Geld bei seiner Bank binnen acht Wochen zurückbuchen lassen und den entsprechend gekürzten Betrag an den Anbieter überweisen.

Um sich künftig zu schützen, können Verbraucher eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten lassen. Dazu reicht ein formloser Antrag beim Mobilfunkanbieter. Die Einrichtung der Sperre ist kostenlos, und die Anbieter sind dazu gesetzlich verpflichtet. Auf Nachfrage ermöglichen manche Anbieter auch eine Teilsperre für bestimmte Nummern oder Dienste. Die Sperre verhindert, dass die Mobilfunknummer des Smartphones an den Drittanbieter übertragen wird, sodass dieser keine Möglichkeit hat, Forderungen zu erheben.

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